Interessant, abwechslungsreich und in der Schluß-Sequenz extrem Actionreich kann dieser Film als durchaus gelungener Unterhaltungsfilm eingestuft weden. Nie wird es langweilig, auch nicht in den ruhigeren Szenen; die Ermittlungsarbeiten sind interessant gestaltet und bei dem Shootout gegen Ende hält man den Atem an (sehr echt wirkende Schuß- + Einschuß-Effekte). Aber auch das Attentat am Anfang ist extrem ergreifend.
Hilfreich ist die Vorstellung der Charaktere durch kurze Einblendungen von Name und Funktion, auf der DVD nerven dagegen die ständigen Einblendungen von irgendwelchen belanglosen Übersetzungen; beide Untertitelungen blenden zudem nur sehr kurz auf und sind von daher kaum lesbar; also quasi unbrauchbar wenn man den Film ohne Rück-"spulen" genießen möchte. Unschön ist wie immer dieses einsetzen der Möchtegern-Doku-Live-dabei-Schaukel-Kamera, welche generell im Film-Biz immer häufiger zum Einsatz kommt; zum Glück fehlt dabei aber das Zoom-in-Zoom-out-Syndrom, wie es z.B. echt nervend bei der *Traffic*-Serie vorkommt.
Neben der guten Story- und Regie-Arbeit wurde auch die Darsteller-Auswahl gut getroffen, selbst JENNIFER GARNER überzeugt als professionelle FBI-Agentin (was man von anderen Darstellerinnen in solchen Filmen nicht immer behaupten kann; als schlimmstes Beispiel fällt mir Mira Sorvino in *Human Trafficking* dabei ein) und ein Gastauftritt von JEREMY PIVEN bringt etwas trockenen Humor in das Projekt.
US-Patriotismus hält sich in Grenzen (und wird sogar in einer Szene fast verneint), doch läßt sich eine Grundaussage nicht verheimlich: wir (die Ami's) sind schon tolle Kerle; das zeigt sich u.a. bei den "coolen" Outfits, dem überheblichen Auftreten, und eine Sonnebrille wird natürlich auch bei einem symbolischen Abschiedgeschenk nicht abgenommen.
Nur kurz vor Schluß kommt noch ein kurzer, parteiloser Seitenhieb auf das USA/Nah-Ost-Verhältnis zum Tragen, als die "Flüster-Frage" geklärt wird. Und am Anfang wird ein kleiner Einblick in die Geschichte des Erdöls im Schnelldurchlauf gegeben. Mehr will + muß der Film auch nicht leisten, dafür gibt es genügend Nachrichten-Sendungen + Dokumentationen.
Inhaltlich kann der Film allerdings nicht an das aussagekräftigere Niveau von *Syriana* heran reichen, er könnte eher als *Three Kings 2.0* durchgehen, also keine Fortsetzung oder Remake, sondern ein komplett überarbeitetes Update mit besserer Performance und aktuellerem Design.