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Tom Turner ist ein geldgieriger Gauner, der vom Übel- zum Wohltäter wird, und dessen wundersame Verwandlung mit dem Urteilsspruch eines Richters beginnt. Vor die Wahl gestellt, zwischen Arbeit und Gefängnis zu entscheiden, entschließt sich Tom natürlich für die Arbeit. Er wird einem Postamt – der Abteilung für unzustellbare Briefe – zugeteilt und inszeniert umgehend einen Schwindel göttlichen Ausmaßes.

So, so Gott ist ein Postmann, wenn man die Verunglimpfung dieses Oomph! Titels mal so nehmen will. Dear God bietet dabei einen recht amüsanten Übergang vom Saulus des charmanten Kleinkriminellen, der ständig Leute übers Ohr haut, um seine 1000 Dollar Schulden bei einem Kredithai zurück zu zahlen, hin zum Paulus, der aus Gutmenschentum, die zahlreichen Briefe an den lieben Gott öffnet und die vielfältigen Wünsche der Schreiber zu erfüllen.
Klingt zwar nach einer zuckrigen Geschichte aus den Giftschränken von Walt Disney, hat aber zahlreiche witzige Momente. Diese sind zwar nicht unbedingt in den Wunscherfüllungen, wie Suizidprävention oder dem kleinen Mädchen einen Pferderitt zu ermöglichen, oder der bremsenden Liebegeschichte zu finden, wohl aber auf dem schrägen Postabend, zu dessem Angestellten Tom Kraft eines Gerichtsurteils verdonnert wird.
Dieses funktioniert herrlich chaotisch und wird jedem mit Vorurteilen gegenüber dem Beamtentum wahre Freudentränen verschaffen und ich mußte ständig an das Haus das Verrückte macht aus den Asterix Comics denken. Von den lieben Kollegen ist einer schrulliger drauf als der nächste, für mich spielen sich hier definitiv die besten Szenen ab. Allein wegen der zahlreichen Seitenhiebe aufs Postwesen würde ich Dear God zumindest eine dezente Empfehlung aussprechen.
6/10

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