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Nachdem Natalie im 1. Teil vom Pfad der Tugend ins horizontale Gewerbe stolperte, steht nun ihre Resozialisierung auf dem Programm. Zu Beginn des Films wird sie aus dem Heim entlassen und darf zu ihrer Familie nach Hause. Dort ist nach kurzem Sonnenschein wieder alles beim alten: Natalies kleine Schwester täuscht Asthma-Anfälle vor, um die alleinige Aufmerksamkeit vom Vater zu erlangen, der immer noch wegen jeder Kleinigkeit einen Herzkasper bekommt, während sich die Mutter verständnisvoll abmüht, das Familienglück aufrechtzuerhalten. Max ist immer noch verknallt in Natalie, und selbige hat Probleme nach dem Schulwechsel, weil sich schnell rumspricht dass die neue Klassenkameradin früher als Nutte gejobbt hat.

Oh je, die Sterne stehen schon wieder nicht gut für Natalie. Zu allem Überfluss haut auch noch ihre beste Freundin aus dem Heim ab und beklaut ihren Vater. Dieser hat dann bald die Schnauze voll und rennt zum Jugendamt, was der Mutter gar nicht schmeckt. Es wird also Zeit für einen weiteren Trip nach Frankfurt, und es stellt sich die alles entscheidende Frage: wird Natalie wieder auf dem Strich landen? Natürlich interessiert das niemanden wirklich, denn wie schon im Vorgänger geht es nur darum, diesen Trash abzufeiern. Und da hat der Film einiges zu bieten, z.B. Natalies neue Mitschüler, Max auf einem Höhenflug, der von Prügel und Enthaltsamkeit (die Szene, als Natalie ihn in einer Scheune nicht an sich ranlassen kann und er einen Weinkrampf bekommt, ist herrlich skurril) gestoppt wird, die abgebrühte Heimfreundin, der krasse Ärger mit Papa und vieles mehr. Die Rate an coolen, doofen oder sonstwie einprägsamen Sprüchen ist verdammt hoch, und die Darsteller haben mehr drauf als in Teil 1 (bis auf Max und Natalie, die noch genauso unbeholfen durch die Gegend hampeln).

Auch sonst wirkt der Film irgendwie frischer und trendiger als sein Vorgänger, z.B. wurde die Bauerndisco gegen undergroundige Techno- und Hip-Hop-Schuppen ausgetauscht. Durch das Setting in der Schule und Natalies erste richtige große Liebe werden Jugendliche noch besser angesprochen als im Vorgänger, wo sich Natalie blauäugig einem schmierigen, aber wortgewandten Zuhälter an den Hals geworfen hatte. Der moralische Zeigefinger ist zwar immer noch vorhanden, wirkt aber weniger aufgesetzt. Die Fortsetzung rockt also auch, und die „professionellere“ Umsetzung kann den Mangel an Originalität und Handlung (es geht eigentlich nur darum wie sich Natalie im neuen alten Umfeld zurechtfindet) kompensieren. Deshalb gebe ich auch hier 8 von 10 Punkten.

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