Review

Uuh, hier hatte wirklich kaum jemand wirkliches Vertrauen zu seinem Produkt. Wie sonst wäre es zu erklären, daß die in wirklich jeder Szene zu sehende Hauptakteurin Melissa Sagemiller nur an vierter Stelle der Besetzungsliste steht. Aber Wes Bentley, Eliza Dushku und Casey Affleck kennen eben mehr, auch wenn sie nur Nebenrollen spielen.

Also betrachten wir das Cover-Summary mal neutral und da fällt uns schon was auf: das klingt wie eine Teenie-Neuauflage von "Carnival of Souls". Vier Kids haben Unfall, einer ist tot, seine Freundin hat dicke Visionen von mörderischen Typen und überhaupt reichlich Filmrisse usw.
Und es klingt nicht nur so, es ist tatsächlich ein Remake, oder zumindest eine Variation, alles eben unter umgekehrten Vorzeichen.

Da verrate ich jetzt gar nichts Spannendes, die Chose ist dermaßen offensichtlich, sie stinkt schon. Und mit der Sinnsuche der Lebenden im Totenreich (oder Zwischenreich) wird denn auch der ganze Film gefüllt.

Der wiederum ist dermaßen verwirrend geschnitten, daß es bald nervt. Da gibt es eine Pre-Title-Sequenz, die zu dem ganzen Film nicht ganz passen will (und es auch nicht tut), da gibt es haufenweise Überlagerungen und Visionen höllischer Natur und himmlischen Kirchentum und die dauernden Inserts, die unsere Cassie auf dem OP-Tisch zeigen, erklären auch dem Dümmsten hinreichend, wo sich unser Blondchen gerade befindet.

Immerhin wird es durch die vielen Visionen ein relativ buntes Filmchen, der vielen Teenagern vielleicht sogar gefallen wird, weil Bentley eben schnuckelig ist (Affleck auch) und die Dushku ihr quarzendes Rabenaas aus "Buffy" ohne Verluste hinübergerettet hat. Das macht den Plot nicht weniger platt und durchschaubar, dafür aber reichlich uneben und auf der Stelle tretend, so daß man das Ende herbeisehnt, weil man schneller kapiert, als die Hauptdarstellerin, was Sache ist.

Wirklich ärgerlich wird es aber, wenn die Rettung der guten Seele eine Sache der christlichen Kirche wird und nur der Glaube herhalten muß, während die Hölle als düster verfallene Kirche dargestellt wird, in der ein ewiger Gothic-Rave mit Starkgeschminkten abläuft und Männer mit Masken natürlich Böses im Sinn haben. Da werden einige besorgte Eltern in Amiland nicht mal den Zeigefinger heben müssen, die Symbolik kommt wie eine Atombombe.

Es gibt also Ärgerlicheres als das, aber bunt und plump ist auch nicht doll. Ein wenig visuell ansprechender als das "Carnival of Souls"-Remake ist er schon, aber das wars auch. (4/10)

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