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Die Produzenten von „Düstere Legenden“ und „Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast“ hatten wohl gedacht, dass wenn sie ihr bewährtes „Teen-Slasher“-Thema mit übernatürlichen Horror-Motiven kreuzen, und dazu wieder mit einer angesagten jungen Darstellerriege aufwarten können, der nächste Hit quasi vorprogrammiert sei ... leider kam bei dem Bestreben nur das mäßige Filmchen „Soul Survivors“ heraus, welches in den US-Kinos wie ein Stein versank und hierzulande nur auf Video veröffentlicht wurde...

Es geht um einen Freundeskreis, der kurz davor steht, entzweit zu werden, da Cassie (Melissa Sagemiller, bildschön) und Annabel (sexy Eliza Dushku) ihr Studium an einer anderen Universität beginnen als ihre Freunde Sean (Casey Affleck – ziemlich talentlos, dafür aber Bens Bruder) und Matt (der talentierte Wes Bentley).

Auf einer ausladenden „Goth“-Party gesteht Sean seiner Freundin Cassie zum ersten Mal offen seine Liebe – sie fühlt sich jedoch noch nicht dazu in der Lage, ihre Gefühle derart auszudrücken, und hinzu kommt noch, dass Matt (Cassies Ex-Freund) ebenfalls noch etwas für sie empfindet, was Sean wiederum verunsichert...

Auf dem Rückweg von der Party geschieht dann jedoch ein schwerer Autounfall, bei dem Sean ums Leben kommt. Cassie fühlt sich fortan schuldig, da sie am Steuer saß und ihm nie ihre Liebe offenbaren konnte, wie sie es eigentlich wollte...
Doch das ist erst der Anfang: Fortan beginnen sich Träume, Einbildungen und Erinnerungen mit der Realität zu vermischen, so dass sie bald keine Situation mehr unterscheiden kann. Zudem glaubt sie, von zwei mysteriösen Gestalten verfolgt zu werden, es verschwinden einige Studentinnen spurlos, und Sean scheint auch nicht wirklich tot zu sein ... oder ist sie es selbst, die eigentlich im Sterben liegt und sich das alles nur einbildet?

Mit der Zeit hält nur noch Matt zu ihr, während Annabel eine Affäre mit der eigenartigen Raven (Angela Featherstone, creepy und androgyn) beginnt, die mehr über die ganze Sache zu wissen scheint (was sie immer wieder in unheilschwangeren Aussagen andeutet). Seelische Unterstützung findet Cassie zudem noch bei dem jungen Priester Jude (Luke Wilson, der wie auf Autopilot spielt), doch dann stellt sich heraus, dass der schon sein Jahren tot ist...

Mehr möchte ich von der Handlung nicht verraten, um die ohnehin nicht gerade reichlich vertretene Spannung völlig zu rauben, doch es wird schnell deutlich, dass es Cassies innere Konflikte sind, die mit ihren Empfindungen spielen...

Der Film eröffnet mit einem Mord an einer Studentin, welcher die Täter Blut abnehmen – rückwirkend (nach dem Sichten des Films) ergibt diese Szene leider absolut keinen Sinn, was auch für einige andere Moment gilt. Die Auflösung ist zwar etwas überraschend (im Sinne von was wirklich beim Unfall geschah), aber in Bezug auf Cassies Erlebnisse insgesamt ziemlich vorhersehbar.

Handwerklich absolut sauber und optisch ansprechend inszeniert (einige nette Kameraeinstellungen, sowie der Unfall und die Party im Gothic-S/M-Look in der alten Kirche bleiben positiv in Erinnerung), fehlt es „Soul Survivors“ leider an Spannung und Atmosphäre, von einigen Logik- und Anschlussfehlern mal abgesehen.
Es handelt sich um einen Film, der gerne mit dem Kopf des Zuschauers spielen möchte, doch dazu ist er zu einfach gestrickt (kein Vergleich mit großartigen Werken wie „Lost Highway“ oder „Donnie Darko“), beziehungsweise zu durchschaubar (um auf groteske Weise verwirrt zu werden, empfehle ich den kruden „Attic Expeditions“).

Die Besetzung ist durchaus ansprechend (vor allem anzusehen), doch irgendwie waren alle anderswo schon mal besser: Beispielsweise Melissa Sagemiller in „Love Object“, Wes Bentley in „American Beauty“, Eliza Dushku in „Wrong Turn“, Angela Featherstone in „Army of Darkness“ und Luke Wilson in „Charlie´s Angels“...


Fazit: Wirklich schlecht ist „Soul Survivors“ nicht, aber auch weit von „gut“ entfernt – man hätte einfach mehr daraus machen können. Insgesamt also nur Standardware, die man nach dem Ansehen schnell wieder vergessen hat = 5 von 10.

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