Mal abgesehen von „The Raid“ ist Indonesien nicht gerade das Produktionsland der erstklassigen Action, wie der Trashfilm von Regisseur Ackyl Anwari veranschaulicht.
Umso erstaunlicher, dass er über Jahrzehnte auf dem Index stand.
Sheila und ihre Schwester Karen mussten einst beobachten, wie Gangsterboss Mr. Tiger ihre Eltern umbrachte, um aus dem Grundstück eine Schaltzentrale mit integriertem Labor zu machen. Bei einem Angriff mithilfe eines Amazonentrupps werden sie zu Gefangen von Tiger, dessen Schergen nicht vor Folter und Vergewaltigung zurückschrecken…
…woraus natürlich eine Variante typischer Exploitationer im Stile einiger Gefängnisfilme der 70er geformt wurde. Wobei neben dem Oberfiesling die lesbische Co-Chefin genauso wenig fehlen darf wie die schmierigen Wärter, die sich eine schnelle Nummer für lau erhoffen.
Dazwischen tummeln sich die Amazonen, wahlweise im Röckchen mit Tigermuster oder Ledershorts auftretend, während in regelmäßigen Abständen geballert oder auf überschaubare Art geprügelt wird.
Zwar wird während der Action einiges in Brand gesteckt, manches explodiert und einige Motorräder versagen auf geradezu lustige Art und Weise, doch Glaubwürdigkeit ist woanders zu suchen. Die Trefferquote ist auf beiden Seiten sehr gering, Einschusslöcher sind nur selten wahrzunehmen und die Waffen wirken reichlich instabil. Ähnlich sehen die Bauten aus, - tummeln sich während einer Szene gleich mehrere Figuren auf engem Raum, könnte jeden Moment der augenscheinlich sensible Untergrund wegbrechen.
Die Inszenierung der Folter – und Gewalteinlagen ist derweil sehr unterschiedlich explizit ausgefallen: Lang andauerndes Auspeitschen hinterlässt nicht einmal Striemen, während jemand nach Verabreichung einer Spritze große Blasen wirft und explodiert. Anbei wird eine Kugel mithilfe einer Schlange entfernt, ein Messerstich im Hals kommt relativ glaubhaft rüber, was hingegen nicht für einen Ringkampf mit Krokodil und der Auseinandersetzung mit einem Nagetier gilt.
Immerhin wirft die dünne Story nebenher einige Fragen auf, die auch bei rationaler Herangehensweise kaum geklärt werden können. So spricht der Bösewicht auf offenem Gelände mit Hall in der Stimme, ein Professor trägt Eye-Liner und ein simples Holzfloß mit wichtiger Ladung befördert anbei zwei Benzinkanister.
Und nicht zuletzt stoßen einige Figuren einen sekundenlangen Todesschrei aus, - nach einem Kopfschuss.
Obgleich einem kein Protagonist ans Herz wächst und die dazugehörigen Mimen unter aller Kanone performen, kommen Trashfreunde einigermaßen auf ihre Kosten. Während der Score unverholen das Hauptthema von „Rambo“ einfließen lässt, ansonsten jedoch unmotiviert vor sich hin dudelt, wird auf Dialogebene nur Müll abgesondert. Die Freizügigkeit der Damen hält sich arg in Grenzen, wogegen die Herren per Overacting den Unterhaltungswert beflügeln.
Für eine deutliche Empfehlung mangelt es an Alleinstellungsmerkmalen und markanten Schauwerten, als kurzweilige Berieselung oder Partyfilm unter Gleichgesinnten taugt er indes schon.
6 von 10