Erfolgskomödien leiden meistens unter dem allgemein grassierenden Fortsetzungswahn, deshalb war es kaum verwunderlich, dass nach dem (im Vergleich zu Bully’s Oeuvre und den sieben Zwergen moderaten) Erfolg des „Wixxers“ ein Nachzieher kommen würde.
Offengestanden gehörte das wohl eh zu Oliver Kalkofes Masterplan, der noch in der Produktionsphase des ersten Films von der Fortsetzung und einer möglichen Trilogie schwärmte.
Nun, er hat es geschafft und „Neues vom Wixxer“ steht bereit – aber gibt es auch Neues zu verzeichnen?
Sofern man sich für diese Art von Humor begeistern kann: durchaus.
Kalkofe und Konsorten haben deutlich dazugelernt, besonders was Timing und Gagdichte anbetrifft. Litt der erste Film noch unter so mancher Durststrecke und dem Aufeinanderprallen verschiedenster Humorsorten, ist jetzt eine gewisse Leichtigkeit eingekehrt und man beherzigt das berühmte ZAZ-Prinzip, einfach ununterbrochen Pointen abzuschießen, auf dass einige davon auf jeden Fall treffen werden.
Es ist also wieder nicht NUR Edgar-Wallace-Parodie, sondern auch sehr viel Alberei, Slapstick, Wortspiele und eine ganze Menge „Kalkofes Mattscheibe“ im Film verarbeitet, der charmant einfach so flott auf die Tube drückt, dass man so manches Loch einfach nicht bemerkt.
So manchen Gag hat man da schon zu oft gesehen, am fadesten eine „Drei-Engel-für-Charlie“-Kampfszene, in der Gaststar Christian Tramitz seine lateinamerikanischen Tanzfähigkeiten unter Beweis stellen darf, die Sache hat nun leider den längsten Bart.
Auch anderes hat man schon öfters gesehen, wie eine Generalüberholung Kalkofes durch Pastewka, was Körperpflege und Manieren angeht.
Bevor aber jemals Langeweile aufkommen kann, spielt der Film stets fröhlich seine Stärken gegen die Schwächen aus. Die Präsenz und der Slowburn von Pastewka übertrumpfen immer positiv die noch immer nicht abgelegte schauspielerische Steifheit des Hauptdarstellers und wenn sich Kalkofe gar zu viele Sätze in den Mund legt, kommt ein Gaststar des Weges.
Fuchsberger glänzt so locker durch seine Rolle des Lord Dickham, als hätte er mit Wallace nie aufgehört, Judy Winter und Lars Rudolph machen nebenbei munter Fässer auf und Chris Howland bemüht sich um Würde. Ausgesprochen vergnüglich auch wieder Wolfgang Völz, der sich in der Sir-John-Rolle jetzt der Absurdität von Lloyd Bridges annähert.
Der erneute Einsatz von Christoph Maria Herbst als Hatler, inzwischen Direktor einer Nervenheilanstalt, sorgt auch hier wieder für die besten Pointen, die nicht nur gut gespielt, sondern auch gut geschrieben sind. Genau das Gegenteil gilt für Tramitz, dessen Rolle so unlustig angelegt wirkt, als hätte man sie nachträglich beigefügt.
Erfreulich, dass es für jeden etwas zu Lachen gibt: Wallace-Afficionados werden die liebevollen Parodieansätze genießen und auf Dauerschmunzeln schalten (besonders schön die Blue-Screen-Autofahrt durch London mit supermieser Rückpro wie in „Der Hexer“), Slapstickfreunde dürfen sich auf einige sehr ordentliche Kampfszenen freuen, in denen Pastewka glänzt und diverse Totgeglaubte aus Kalkofes Mottenkiste (Achim Menzel, Bernd Clüwer, Roberto Blanco, Frank Zander) schauen auf ein Kichern herein. Und zwischendurch sorgt ein Klingelton-Werbespot-Block für absoluten Over-the-Top-Humor.
Und wofür man unendlich dankbar sein sollte: kein Grossout, obwohl sich Kalkofe es nicht nehmen lässt, noch eine Kakerlake wegzuknuspern.
Das Überall-gibt’s-was-zu-Entdecken-Prinzip zeigt also Wirkung, sofern man sich nicht sofort mit Antipathie dagegenstemmt oder mit Wallace an sich nicht sonderlich viel anfangen kann.
Besser als der erste „Wixxer“ ist „Neues vom…“ auf jeden Fall, womit er seinem Hexer-Vorbild nacheifert.
Zwar ist immer noch viel zu verbessern, doch ein Fortschritt ist es schon, womit sich diese Reihe als einzige deutsche Erfolgskomödienserie verbessert haben dürfte. Optimistisch weisen die Macher ja am Ende schon munter auf die Trilogie-Vollendung „Triple-Wixx“ hin, aber bis es soweit ist, hat man auch noch einem Gastauftritt von „Madness“ beigewohnt, die zum Outtake-Abspann ihr unsterbliches „It must be love“ intonieren.
Allein dafür sollte auch der Hartgesottenste das Schunkeln anfangen. (7,5/10)