Alle Kurzkommentare


7

Dieser nihilistische und schonungslos realistische Serienmörderfilm stellt eine höchst ungewöhnliche Produktion aus Österreich dar - besonders für das Jahr 1983. Es drängt sich die Vermutung auf, dass ANGST von den italienischen Gialli eines Dario Argento stark beeinflusst wurde (lebhafte Kamera, extreme Closeups, Elektro-Soundtrack, eine auffällige Liebe zu Details bei den Innenaufnahmen in Gebäuden). Er scheint aber seinerseits die späteren Euro-Terrorschocker erheblich mitgeprägt zu haben (die akribische Schilderung jeder einzelnen verbrecherischen Handlung, das Minuten lange Balgen mit den Opfern). Zwar gibt es nur einen wirklich blutigen Mord, doch der ist ultrahart. Erwin Leder geht ganz auf in seiner Rolle als Soziopath, der "draußen" nicht mehr zurechtkommt und gar nicht anders kann, als zwanghaft zu töten. Der süße Dackel ist ein nettes Motiv am Rande als Ausgleich.

10

Kritik zu "Angst" Wahrhaftig ein beängstigender Film. Es ist erstaunlich, wie manchmal solche Meisterwerke entstehen, weitgehend ungeachtet, dann meist missverstanden und schließlich geadelt. Inhaltlich steht der Film auf einer ähnlich intensiven Stufe wie "Henry" oder von mir aus auch "Schramm", was mich aber absolut vom Hocker gehauen hat, das sind zwei Dinge: Zum einen der brillante und fürchterlich gut in seine Rolle passende Hauptdarsteller und zum anderen die atemberaubende und einzigartige Kameratechnik. Es gibt im Grunde genommen keine Szene, vom ersten Moment an, die einen nicht durch eine besondere Kameraperspektive in ihren Bann zieht. Die Musik ist, nebenbei bemerkt, eine nette Homage an Carpenter (meiner Meinung nach). Fazit: einer DER Schocker der Filmgeschichte, unbedingt ansehen, aber das flaue Gefühl im Magen, das ist inclusive - wer es nicht mehr spürt, hat seine Menschlichkeit eingebüsst...

8

"ANGST", ein Film des österreichischen Regisseurs Gerald Kargl. Was sofort auffällt ist, das der Hauptakteur im ganzen Film nur selten etwas sagt, den Off-Kommentar bestreitet er jedoch. Das funktioniert hier wirklich fantastisch, denn grade davon lebt der Film und erhält so noch mal das gewisse Etwas. Ansonsten lebt "ANGST" ganz klar von seiner sehr harten Atmosphäre, dem fulminanten Spiel Erwin Leders und dem durch die oft sehr holprige Kameraführung entstandenen Dokumentarischen Stils. Und eben dieser Stil macht "ANGST" zu einem Film auf den man sich wirklich einlassen muss und ihn auf keinen Fall einfach mal so zwischendurch ansehen sollte, könnte man sonst doch die ein oder andere unangenehme Überraschung erleben. Fazit: Sehr roher, aber hochinteressanter Serienkillerfilm der etwas anderen Art.

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