Das Tennessee State Prison ist ein seit 1989 still gelegtes Gefängnis, das immer mal wieder von Filmstudios angemietet wird. Äußerlich gleicht das große Gebäude fast einer mittelalterlichen Festung mit kleinen Erkern und Türmchen, - ein überaus geeigneter Schauplatz also für einen Horrorfilm.
Schade, dass daraus nicht mehr wurde, als die ausgelutschte Geschichte über Geister und einer ungesühnten Vergangenheit.
Michael Paré mimt Detective Turner, der zum scheinbaren Selbstmord eines Vollzugsbeamten gerufen wird. Daraufhin recherchiert er im Blackgate Gefängnis und stößt auf eine unheimliche Selbstmordreihe unter den Insassen.
Weitere Nachforschungen mit der Gefängnispsychologin führen ihn in den stillgelegten Südflügel…
Ein Grund seines Scheiterns liegt in der unausgegorenen Erzählweise, sich für keine Figur, kein Ereignis ausreichend Zeit zu nehmen. Über das Trauma des Helden erfährt man nur am Rande ein wenig, er wirkt somit oberflächlich und austauschbar. Gleiches gilt für die Knast-Insassen, denen kaum eine bedeutende Funktion zukommt, auch wenn bekannte Gesichter wie Danny Trejo und Ja Rule mitwirken. Richtig vergeudet ist jedoch ein gut aufgelegter Tom Sizemore, der als ehemaliger Cop und nun strafversetzter Wärter mit Hang zum Sadismus eine Randfigur bekleidet, die für das eigentliche Vorankommen der Story eher hinderlich ist.
Hier verderben viele Köche den Brei und jener stellt auf inhaltlicher Ebene ohnehin nichts wirklich Nahrhaftes dar.
Nachdem klar ist, dass hier einst der Direktor im Feuer umkam und danach die Überreste eines verbrannten Kindes gefunden werden, bleiben schlicht zu wenige Möglichkeiten für finale Überraschungen. So werden einige Gefangene in ihren Zellen von Geistergestalten heimgesucht, woraufhin sie sich entweder unter Schockzustand das Gesicht verbrennen oder von Geisterhand erhängt werden. Im Verlauf wird jeder, der irgendwann den Verbrennungsraum im Südflügel betrat, von Geistergestalten heimgesucht und es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Heldenduo selbst in Gefahr gerät.
Dabei blitzt die unheimliche Atmosphäre der heruntergekommenen Innenräume des Gefängnisses nur allzu selten auf. Zu schnell gestalten sich die übersinnlichen Übergriffe und zu unspektakulär wird mit wohl bekannten Zutaten wie Nebel, einer Spieluhr, schnellen Inserts und symbolträchtigen Zeichnungen eines alten, aber debilen Insassen umgegangen.
Erzählerische Stränge werden teilweise gar nicht zu Ende geführt, wie Unheimliches bei einer pathologischen Untersuchung oder der angedeuteten Revolte im letzten Drittel, von der man gar nicht erfährt wo sie hinführt.
Taugliche Spannungsmomente finden sich eher nach einer Stunde Laufzeit, als das Heldenpaar in den eigenen vier Wänden von einem Geist aufgesucht oder jemand in einem brennenden Fahrstuhl eingeschlossen wird. Die Erklärungen für die mysteriösen Vorkommnisse fallen da weitaus weniger beeindruckend aus, als die Temposteigerung zum Showdown mit Feuer, Verfolgungen und körperlichen Auseinandersetzungen.
Was den Streifen letztlich auch gerade noch ins sehbare, aber untere Mittelmaß katapultiert, denn man hat an vielen Stellen ein deutliches Gefühl verpasster Chancen.
Mal abgesehen von den kaum vorhandenen Figurenzeichnungen kommen die Schockeffekte schlicht zu kurz und überraschungsarm daher und die Story an sich bietet zu wenige Ansätze zum Mitfiebern.
Aufgrund einiger atmosphärischer Szenen und durchweg solider Darsteller noch
4 von 10