Der Polizist Michael Turner untersucht den überraschenden Selbstmord eines Gefängnis-Wärters, der sich im heimischen Badezimmer das Hirn aus dem Schädel gepustet hat. Die Ermittlungen führen ins "Blackgate"-Staatsgefängnis, den Arbeitsplatz des Toten, wo Turner auch prompt mit seinem alten Widersacher Frank Miller aneinander gerät, der dort den Ober-Aufseher gibt. Während der Ermittlungen kommt heraus, dass es, seit der jahrzehntelang zugemauerte Süd-Flügel wieder freigelegt wurde, unter den Gefangenen zu einer merkwürdigen Serie von Todesfällen gekommen ist. Die Psychologin Ashley Carter macht zunächst eine neue Droge, die unter den Insassen kursiert, für die vielen Selbstmorde verantwortlich... doch der wahre Ursprung ist ein anderer: Der Geist der kleinen Samantha, die vor fünfzig Jahren in dem gefängniseigenen Heizofen zu Tode gekommen ist, spukt nämlich noch immer in den Mauern der Anstalt rum und übt gnadenlos Rache an jedem, der sich in den Heizungs-Trakt verirrt... Die für B-Movie-Fans attraktive Besetzung mit Michael Paré, Tom Sizemore, Danny Trejo und Ja Rule (frisch überstellt aus dem "Assault on Precinct 13"-Remake) lässt "Furnace - Flamen der Hölle" direkt mal aus dem üblichen Genre-Wust herausragen, denn eine so geballte "Star-Power" erregt schon ein wenig Aufmerksamkeit. Allzu hoch sollte man seine Erwartungen dann aber doch nicht schrauben, denn mehr als ein leidlich annehmbares Horrorfilmchen ist nicht daraus geworden. Der aus der Schauspiel- und Special-Effects-Ecke kommende Regisseur William Butler, der schon den ähnlich angelegten "Madhouse - Der Wahnsinn beginnt" zwiespältig über die Runden gebracht hatte, hat es nämlich leider nicht geschafft, aus der ansehnlichen Kulisse und einigen guten Drehbuch-Einfällen mehr Kapital zu schlagen. Durch seinen Background gelingt es ihm zwar, aus seinen Darstellern samt und sonders annehmbare Leistungen rauszukitzeln und ein paar beachtliche F/X-Sequenzen zu arrangieren, allerdings kann er nicht verschleiern, dass die Handlung im Grunde genommen doch nur ein Aufguss von Renny Harlins viel besserem Knast-Schocker "Prison" ist, den man mit ein paar modischen Geisterfilm- und Mystery-Elementen à la "The Ring" versetzt hat. Zugegeben balanciert man dabei recht geschickt zwischen der krassen Splatter-Action des Erstgenannten und der anämischen Blutlosigkeit jener US-Remakes asiatischer Genre-Streifen, als Alleinstellungs-Merkmal reicht das aber auch nicht aus. "Samantha" und "Samara" klingen halt ziemlich ähnlich, newa? Der eher zurückhaltende Einsatz kruder Gore- und Brandwunden-Make Ups verhindert zumindest, dass man den Streifen in einer Schublade mit den vielen blöden Splatter-Movies neueren Datums einsortiert, während sich die als bekannt vorauszusetzende Story aber doch nur vorhersehbar von einer Schock-Szene zur nächsten hangelt. Fast scheint es da so, als hätte man bei aller spukigen Beliebigkeit vergessen, den von Tom Sizemore gemimten Antagonisten da ein wenig hassenswerter zu zeichnen. Dieser findet sein verdientes Ende dann auch glatt nur als Nachgedanke während eines End-Credit-Einspielers wie in "Wild Things". Überraschenderweise ist man in der nicht durchgängig psychopathischen Zeichnung der Gefängnis-Insassen weniger negativ, als andere Vertreter dieser Gattung, zu wahren Sympathie-Trägern werden die Knackis aber trotzdem nicht. Die verbratenen Klischees arbeiten mal wieder gegen den Film, kennt man einen Knast-Aufstand, kennt man alle. Was "Furnace - Flammen der Hölle" ein wenig rettet, ist die trotz der viel zu dunklen Fotografie eben relativ gut eingefangene Atmosphäre des realen Gefängnisses, in dem gedreht wurde, und der mit viel feuriger Pyrotechnik aufgepäppelte Schluss-Akt, der die Sache immerhin standesgemäß abschließt. Fazit: Mittelmäßige Unterhaltung für einen verregneten Sonntag, mehr war leider nicht drin. Unverzeihlich allerdings, dass Michael Paré statt mit der Gefängnis-Psychologin nicht mit der viel heißeren Polizei-Pathologin rumschäkert... Junge, die will's doch auch...!
6/10