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Schwammiges Bild, holprige Kamera, abgehackter Schnitt und Mimen, die es noch nicht einmal schaffen, alltägliche Handlungen glaubhaft umzusetzen: Das ist geballter Dilettantismus für richtig eingefleischte Trash-Fans, die einem Stündchen Girlie-Slasher mindestens mit einem Dauerschmunzeln Tribut zollen.

Immerhin ist der Titel Programm. Gleich die erste Szene beginnt mit einer Trulla, die ihre Kissen in die Kamera hält, was im weiteren Verlauf zur absoluten Routine wird: Girls feiern eine Pyjama-Party in Bikini, bis der Killer mit Kochmütze auftaucht und einige davon um die Ecke bringt. Dabei gibt es weder einen Sympathieträger, noch jemanden, der irgendwie als Held hervorstechen könnte, da die meisten Angelegenheiten kollektiv erledigt werden: Twister spielen, saufen, über Sex reden und später gemeinsames Kreischen, Verbarrikadieren und Weglaufen. Namen muss man sich da beileibe nicht merken, auch wenn der der russischen Lesben-Sporttrainerin Vaginovich unweigerlich hängen bleibt.

Auffällig ist, neben der betont albernen Synchro, die jeden Dialog maßlos überspitzt bringt, dass etwa 80% der Kerle schwules Verhalten an den Tag legt, sich regelmäßig am Arsch begrabscht und sich dennoch über tuntiges Verhalten beschwert. Im Übrigen tragen alle Typen ein bauchfreies Football-Shirt, egal wie viel da herumschwabbelt.
Bei den Mädchen sind demgegenüber 90% lesbisch, was sich nicht nur durch gemeinsames Duschen und anzügliche Bemerkungen äußert. Leider wird das allgemeine Partyleben zu sehr in den Vordergrund gerückt und die herrlich unterirdischen Dialoge können auf Dauer nicht über allgegenwärtige Inhaltslosigkeit hinwegtäuschen.

Eher blutarm bis unspektakulär fallen letztlich die Untaten des Killers aus, der in der deutschen Fassung Rubenbauer heißt und jeden Mord mit „Servus“ ankündigt.
Hier mal ein Beil im Bauch und da mal ein überaus minimaler Kehlenschnitt, während übrige Taten gänzlich im Off verschwinden.
Bezeichnenderweise mangelt es auch gegen Finale an Tempo, von Spannung sollte erst gar nicht gesprochen werden, - dazu passt das komplett offene Ende, wohl auch, weil zu der Zeit Teile zwei und drei bereits in Planung waren.
Dazwischen lässt man die Mädels zu Songs mit witzigen Texten hampeln, die Jungs gänzlich schlecht aussehen, weil sie innerhalb der Bedrohung lauter jaulen als die Girlies und wer allein auf Toilette geht, hat ohnehin verloren.

Wie stark die Synchro letztlich dominiert, zeigt sich schon daran, dass Lippenbewegungen fast immer asynchron sind, viele Dialekte eingebracht werden und man sich manchmal wie in einem Helge Schneider Hörspiel fühlt. Aber da hat der deutsche Verleih das einzig Richtige getan: Wenn der Film sich und seine Zutaten nicht ernst nimmt, tun wir das erst recht nicht.

Zusammengefasst bietet „Bikini Bloodbath“ gnadenlose Stümperei auf jeder Ebene, was für den Durchschnittszuschauer völlig unsehbar erscheinen muss.
Dank der albernen Synchro und den grottenschlechten Mimen bekommt die Billigproduktion allerdings einen frechen Touch, da man kaum glauben mag, dass so eine Grütze überhaupt noch produziert wird.
In geneigter Stimmung oder als Puscher für die nächste Party durchaus denkbar, denn Laune macht die Sache allemal.
Dennoch sollten Fans routinierter Slasher gewarnt sein: Ihr bekommt das mit kleinem Equipment, etwas Ketchup, freizügigen Frauen und ein paar Freunden genauso gut hin!
4 von 10

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