Brüllende Fische dürfte es wohl ausschließlich im trashigen Tierhorror-Bereich geben und diesmal steht ein Monster-Aal im Zentrum des Geschehens.
Dabei erscheint es zwar qualitativ passabel, wie elegant und rasend schnell der durchs Wasser phelpst, doch die CGI fallen in ihrer Güte dermaßen unterschiedlich aus, dass der Aal an Land nur lachhaft wirkt. Ansonsten findet sich die geballte Ladung an Genre-Klischees, die den Tierhorror-Freund so einigermaßen bei Laune hält.
Schauplatz sind die Sümpfe Süd-Floridas, die Everglades. Ein junger Uni-Professor ist mit seinen Gen-Experimenten zu weit gegangen und nun haben die Bewohner des kleinen Ortes mächtig Schwierigkeiten mit einem meterlangen Ungetüm (die meisten sehen das Vieh zum ersten und einzigen Mal…), bis sich „Animal-Controller“ Delmar und Frau Sheriff Ruth (einst geschieden, nach zehn Minuten aber wieder in der Kiste…) mit einer Gruppe Randfiguren dem Ungetüm stellen.
Damit sich das Geschehen nicht ausschließlich auf den darstellerisch schwachen Schultern unseres Heldenpaares stützt, schenkt man dem Betrachter diverse Nebenfiguren und damit verbunden, verschiedene Schauplätze.
Gleich zu Beginn zwei entflohene Häftlinge (die Dutzendschaft des Suchtrupps wird ausnahmslos gefressen), dann vier holzkopfartige Schüler, die jenen Gen-Professor unterstützen sollen, weiterhin eine Gruppe eines Kanu-Clubs unterwegs und ganz am Rande ein paar Figuren, die man nur einmal zu Gesicht bekommt, bevor sie geschnappt werden, wie den Dicken, der durch seine Außentoilette gezogen wird.
Helden werden hier erwartungsgemäß eingeführt: Jung, dynamisch und innerhalb ihrer provinziellen Umgebung weltmännisch handelnd, auch wenn Delmar nur den Hund einer alten Dame sucht und man bereits ahnt, in welchem Zustand er das Tier auffinden wird.
Frau Sheriff bringt da weit weniger Eigenschaften mit, außer bei den Gegenwehraktionen Wort zu führen, aber grundlegend ihrem (Ex)-Mann folgend.
Wenn die nicht soviel Screentime für Zwischenmenschliches erhielten, kämen sie fast schon sympathisch rüber, zuweilen halten sie den Fluss des Killer-Aals doch merklich auf.
Der ist, wie angedeutet, nicht wirklich schlecht ausgearbeitet worden, mit seinen langen, rasiermesserscharfen Zähnen (deshalb der weitaus treffendere Original-Titel „Razortooth“) wirkt er zwar auch im Wasser nie angsteinflößend, bewegt sich aber geschmeidig und schlägt einige Male (wenn auch ausschließlich per CGI) recht blutig zu, mit diversen Körperteilungen und stark zerfetzt hinterlassenen Leichen.
Dass sich das Ungetüm auch an Land bewegen kann, ist den reichlich vorhandenen Logiklücken zuzuschreiben und nicht weiter schlimm, nur hier bewegt er sich weitaus weniger flüssig, zumal dessen Bewegungen manchmal Schatten fehlen.
Besonders während des Showdowns, als der Held das Vieh geradezu würgt, kann man sich ein leises Aufprusten kaum verkneifen, es mag aber auch so gewollt sein.
Amüsant ist der Streifen für geneigte Genre-Fans phasenweise schon, man kann in aller Seelenruhe die Checkliste obligater Klischees abhaken, außer das mit dem ignoranten Bürgermeister (der Ort hat offenbar keinen).
Nur, ein anhaltender Spaß will sich bei alledem nicht einstellen, zu wenig sympathisch sind die Figuren, zu unspektakulär schlägt der Riesen-Aal zu und zu routiniert erfolgt das Finale mit allen erahnbaren Einzelheiten, nebst Schlussgag.
Ein typischer Streifen, den man besser mit Gleichgesinnten sichtet, um den Figuren vogelige Eigenschaften anzudichten, was ihn spätestens dann ein wenig aufwertet.
4,5 von 10