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Ein Teenager findet in einem verschneiten Wald von Nevada die schrecklich zugerichtete Leiche eines kleinen Mädchens & beobachtet, wie ein Indianer den Ort fluchtartig verlässt. Der Verdächtige ist rasch gefasst & legt bei der Befragung durch den Leiter der Ermittlungen (Aaron Eckhart) auch ein Geständnis ab. Case Closed. Bloß Cop Jerry Black (Jack Nicholson), der beim Leichenfund nur ein paar Stunden vom Pensionsantritt entfernt war, ist davon überzeugt, dass die Sache zum Himmel stinkt & ermittelt privat weiter. Schließlich hat er der Mutter des toten Mädchens bei seinem Seelenheil versprochen, den Mörder zu finden.

Puh! Schwere Kost, die uns Regisseur Sean Penn da mit seiner Literaturverfilmung zumutet. Die liegt mir immer noch unverdaut im Magen. Der zurückgenommen, beherrscht & nuanciert spielende Nicholson (mit der markanten Synchronstimme von Joachim Kerzel) überzeugt als sturer Schnüffler, der sich so tief in die Sache reinkniet, dass sie ihn zu verschlingen droht. Und er riskiert nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern setzt auch das Leben von anderen aufs Spiel. Die Art, wie er ein Mädchen als Köder "aufbaut", ließ kalte Schauer über meinen Rücken rieseln.

Der exzellent fotografierte Streifen ist bis in kleine Nebenrollen großartig besetzt; Schauspielerische Kaliber wie Vanessa Redgrave, Benicio Del Toro, Patricia Clarkson, Mickey Rourke, Robin Wright, Harry Dean Stanton, Helen Mirren, Sam Shepard, Tom Noonan & Dale Dickey geben sich da die Klinke in die Hand. Alles andere als ein Feel-Good-Movie, dafür eine richtig starke & schmerzhafte Reise in eine Hölle aus Einsamkeit, Trostlosigkeit & Wahnsinn. Heil ist da am Ende (ob durch eine böse Laune des Schicksals oder durch das Eingreifen eines sadistischen Gottes, wer weiß?) nichts mehr, schon gar nicht die Seele.

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