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Einer der bekanntesten Teile der Blaxploitationserie ist sicherlich „Blacula“, in dem der gestandene Mime William Marshall den jungen Schwarzen an die Gurgel darf. Er war so erfolgreich, daß sogar noch ein Sequel auf den Markt geschmissen wurde, obwohl der Graf, der hier eher afrikanischer Prinz war, am Ende im Sonnenlicht freiwillig die Löffel schmeißt und zwar bis auf die Knochen.

Vorher aber beißt er sich durch die hippen schwarzen Straßenzüge von L.A. , wo die Szene so richtig am Kochen ist. Das bietet dem Film viele Möglichkeiten für Füllmaterial, denn diese Reprise der klassischen Stoker-Story ist mehr als dünne.
Also wird gleich für mehrere Filmminuten eine Drei-Personen-Disko-Soul-Combo auf das Publikum losgelassen, dessen Performance nur für Sekunden von störender Handlung unterbrochen wird.

Die Spannungskurve macht diese Zerreißprobe natürlich nicht mit, obwohl einige Blutsauger ganz niedlich aussehen, mit viel blauem Leichenmake-up und Fangzähnen.
Weiße Darsteller sind dabei nur noch Staffage, obwohl immerhin der Polizeiverantwortliche von dieser Hautfarbe ist, denn einen Alibi-Weißen brauchen wir immer.

„Blacula“ ist nicht richtig trashig und auch kaum zum Lachen, sondern soll dramatisch und tragisch sein, wirkt aber leider nur gedehnt und langweilig, am allerwenigsten hip.
Marshall ist gut und die Darsteller sind so brauchbar wie es geht, aber letztendlich kann man diesen Genrebeitrag auch getrost vergessen.
Allerdings sollte das Sequel doch einen Blick wert sein, wurde es in dem Buch „The Golden Turkey Awards“ doch als schlimmstes Blaxploitationprojekt ausgewählt, noch vor „Blackenstein“ und dem Exorzisten-Ripoff „Abby“. (3/10)

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