6
Erfreulicherweise ist dieser Blaxploiter keineswegs kaukasierfeindlich sondern lediglich ein Ausdruck eines (gesunden) neuen Selbstbewusstseins der Schwarzen damals. Auch das böse N-Wort wird nicht inflationär verwendet sondern bloß selten und gezielt. Seltsam nur, dass die schwarze Dracula-Kopie (und es ist wirklich nur das: eine Kopie!), Schützenhilfe vom Original-Dracula braucht, der alles ins Rollen bringt. Auffällig ist aber auch, dass Blacula die von ihm gebissenen Opfer nicht (direkt) oder kaum als Handlanger (Sklaven?) benutzt. Die Eröffnungsszene in Transsilvanien ist auch nicht schlechter ausgestattet oder gespielt oder weniger atmosphärisch als in sämtlichen "weißen" Vampirfilmen jener Zeit. Alles was danach in der Gegenwart der 70er folgt, muss (und will vielleicht sogar) als leicht ironische, moderne Variation des Blutsaugermythos verstanden werden. Wirklich mies sind nur die Disco-Songs.
7
Der Film ist bestimmt nicht so schlecht wie er hier oft dargestellt wird, sondern biete viele stimmungsvolle Momente und einige brutale Szenen, die in America doch tatsächlich eine PG Freigabe bekommen haben, unverständlich, da schon alleine die Verbrennungsszenen sehr hart sind. Natürlich ist Blacula ein Produkt seiner Zeit, die Schwarzen Amerikaner stehen im Mittelpunkt und oft sieht man jemanden mit Afro frisur auch kleinere gesellschaftliche Kritiken finden in dem Streifen platz, jedoch sind diese auf minimalistischer Ebene. Alles in allem ein amüsanter Film.
5
Der bekannteste Blaxploitation-Horror-Film...aber diesen Ruhm hat er sich auch nur verdient weil diese Sparte nicht viele Filme hergibt. Inhaltlich hält man sich im groben an die berühmte Bram Stoker-Geschichte, aber in der Umsetzung kommt das Ganze doch eher blutleer daher...alle schon gesehen, und das besser. Die Hautfarbe mag da noch das einzige Novum sein am etwas profillosen Blutsauger. Auch in Sachen Effekte und Masken spart man und setzt eher auf den Groove den die meisten Blax-Filme bieten. Genau für Anhänger jener mag Blacula noch etwas hergeben und vielleicht sogar einen gewissen Kultfaktor haben, der "gewöhnliche" Horrorfan wird nicht auf seine Kosten kommen