Ein wirklich beachtliches Debüt, was und William Wesley hier präsentiert. Hinter "Scarecrows" oder dem wirklichen Originaltitel "Crows" verbirgt sich ein echtes atmosphärisches Juwel, welches auch heute immer noch zu begeistern weiß.
Die Story ist im Grunde nichts spektakuläres, wird aber solide vorgetragen.
Ein paar Bankräuber fliegen via entführten Flugzeug mit der gestohlenden Beute in die Einöde. Einer von ihnen bereitet während des Fluges ein Ablenkungsmanöver vor und springt dann mit samt der gezockten Kohle ab.
Er landet auf dem Feld eines abgelegenen Farmhauses, welches von etlichen Vogelscheuchen beheimatet ist. Noch ahnt er die Gefahr nicht, welche von den dämonischen "Crows" ausgeht und er versteckt sich erst einmal in dem ansässigen Haus, welches unmittelbar in der Nähe der "Crows" steht.
Die anderen haben in der Zwischenzeit die Suche nach ihm aufgenommen und sind ebenfalls abgesprungen und auf dem Feld gelandet.
Und so spitzt sich dann Stück für Stück die Story zu, quasi ein "Katz und Mausspiel".
Was aber keiner der Protagonisten weiß; die Vogelscheuchen leben. Und so kommt es dann auch wie es kommen muß. Die Anzahl der Protagonisten wird dann Stück für Stück dezimiert, bis nur noch eine Person übrig bleibt.
Doch bis es soweit ist, wird die Spannung durch das ständige Einblenden der Vogelscheuchen, wie sie so an ihren Kreuzen hängen und langsam atmen, konstant aufrecht erhalten. Der Score ist ebenfalls sehr düster und unheimlich und ist im Grunde während des gesamten Filmes immer präsent.
Der Grundtenor des Films ist sehr düster, es gibt nichts außer ein großes Feld und das besagte Farmhaus. Die Atmosphäre steht einem TCM in nichts nach, sind doch auch die Vogelscheuchen und deren Location sehr bedrohlich dargestellt.
In besagtem Farmhaus befindet sich auch ein Foto, auf dem die vermeindlichen Besitzer des Hauses zu sehen sind, welche jedoch nicht anwesend sind.
In welchem Bezug sie zu den Vogelscheuchen stehen, oder anders gesagt, wie sie welche werden konnten, wird leider im Film nicht näher erwähnt.
Das ist auch der einzigste grobe Kritikpunkt des Films. Man erfährt nichts über die Hintergründe. Aber gut-
Nachdem dann bemerkt wurde, daß die Vogelscheuchen offenbar leben, versuchen die Protagonisten zu fliehen. Doch Fehlanzeige; einer wird nach und nach von ihnen geholt. Und das auf sehr eindrucksvolle und äußerst brutale Weise. Zu den Mordinstrunmenten der Scheuchen gehört unter anderem eine rostige Säge, mit der einem der Arm abgeschnitten wird. Dies wird auch recht deutlich in Nahaufnahme gezeigt. Dann werden mit einem Seitenschneider die Körper aufgeschnitten und mit Stroh und dem mittlerweile auf dem Feld verteilten Geld, ausgestopft. Dem einen wird ein Sack über den kopf gestülpt und danach wird ein großes Messer ins Gesicht gestochen, so daß der Lebenssaft fließt. Dem einen wird mit einer Sichel das Bein bearbeitet andere werden von hinten aufgespießt oder machen Bekanntschaft mit einer Heugabel.
Die vorgehensweise ist daher mal recht originell und auch blutig ausgefallen. Trotzdem tut man dem Film Unrecht, wenn man ihn auf Grund der Darstellung direkt in die Splatterecke drängt. Er ist brutal, aber er lebt ganz klar in erster Linie von seiner tollen Atmosphäre und der düsteren Grundoptik.
Die Vogelscheuchen sehen recht vielversprechend aus, zerfetzte Kleidung, verfaulte Zähne und sie versprühen eine ungemein fiese Stimmung. Und der ein oder andere, welcher von ihnen getötet wurde, kommt dann mal eben als von ihnen präperierte Vogelscheuche zurück, oder als ähnlicher Untoter. So macht auch der Obergängster eine recht "nette" Bekanntschaft mit einem seiner "Ex" Kollegen, der sich wohl nicht von seinem Nachtsichtgerät trennen konnte, wirklich gut.
Fazit- Der Film ist leider, oder gottlob ein echter Insidertipp.
Selten gab es einen Backwood- Slasher, der so düster und kompromisslos in Szene gesetzt wurde wie "Crows".
Der Score ist supergeil, passt zu 100% zum Film. Die Optik der Scheuchen weiß zu gefallen und der Goregehalt geht absolut in Ordnung.
Endlich kommen wir in Genuß der DVD, welche von Dragon recht ordentlich ausschaut. Der Film ist uncut und die fehlenden Szenen wurden gegenüber des "Goreclassic" Tapes nachsynchronisiert. Bild und Ton sind gut.
Wer also schon immer nach einem guten Vogelscheuchenhorror gesucht hat und dem "Night of the Scarecrow" zu lustig war, der wird mit "Paratrooper" ganz bestimmt glücklich. Cooler Film.