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Eine Gruppe von fünf Leuten erbeutet 3,5 Millionen Dollar von einer Militärbasis und nimmt zur Flucht einen Piloten und dessen Tochter als Geisel. Als einer mit der Beute zu entkommen versucht, finden sich Jäger und gejagter Abkömmling im Hinterland wieder, in dem zwar keine Menschenseele mehr haust, doch Vogelscheuchen den Eindringlingen das Leben schwer machen. Daraus macht schon der Titel keinen Hehl, im Vergleich zu den Genrekollegen sind die Scheuchen klasse modelliert und ausstaffiert, fast schon wie Leichentücher wirken die Masken. Der Umsetzung kommt zudem zu Gute, den Haufen paramilitärischer Gangster in einer Nacht, in der der gesamte Film spielt, durch Wälder und Felder rund um eine verlassene Farm streifen zu lassen. Zunächst wirkt das dramaturgisch ein ganzes Weilchen gleich bleibend, stellenweise sogar schleppend, kann sich jedoch in der zweiten Hälfte steigern, um noch zu einem richtigen Horrorschocker aufzulaufen, der seine morbiden Einfälle und eine Menge blutiger Effekte ausspielt. Auch wenn die Story von der üblichen Dezimierung der Schar nicht abrückt, das aufkommende Spiel mit den dämonischen Toten gefällt und Regisseur William Wesley ("Route 666") versteht es, zwischen expliziten Goreszenen und Andeutungen bei deftigen Attacken zu wechseln. An Atmosphäre gewinnt dieser 80er Klassiker stets hinzu und kann neben Jeff Burrs „Night Of The Scarecrow“ zum vielleicht besten Scheuchenhorror seiner Zeit gezählt werden. Sicher kein anspruchsvolles Innovationspaket, doch das Horrorgenre ist nunmal nicht zwangsläufig wertvolles Autorenkino, sondern kann auch manchmal in niederen Gefilden toll unterhalten.

Fazit: Paramilitärische Action und obduzierende Vogelscheuchen. Atmosphärische Nachtaction mit blutrünstigen Einlagen. 6/10 Punkten

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