Die Karriere von William Wesley ist sicherlich nicht besonders gut ausgefallen. Umso erfreulicher ist es da doch, das sein Anfangswerk „Scarecrows“ wirklich ein ernster und sehr solider Beitrag zum Horrorsektor ist.
Nach einem Überfall machen sich 5 Bankräuber mit zwei Geiseln per Flugzeug aus dem Staub. Doch einer der Bankräuber spielt falsch. Erst schmeißt er das Geld aus dem Flugzeug, dann springt er selber ab, denn er hätte die Beute lieber für sich allein. Der Mann heißt Burt, und landet mitten in einer verlassenen Gegend in der es nur Vogelscheuchen zu geben scheint.
Seine Kollegen sind natürlich alles andere als erfreut und springen ebenfalls ab um Burt zu jagen. Nur Roxanne bleibt bei Kelly und ihrem Vater, der das Flugzeug irgendwo landen soll.
Es entwickelt sich eine Jagd auf Burt, doch scheinbar haben es nicht nur Burts Kollegen auf ihn abgesehen, sondern auch lebendige Vogelscheuchen, die alles töten, was ihnen über den Weg läuft...
Wenn man dem Regisseur glauben darf, und das tue ich einfach mal, dann ist „Scarecrows“ mit relativ wenig Geld ausgekommen, gefilmt hat man quasi da wo es ging und mit einigen Trick lies man das Gelände einfach größer aussehen, als es eigentlich ist. Und ich muss sagen, es ist mehr als gelungen.
„Scarecrows“ hat einen sehr düsteren Touch. Humor ist fehl am Platz, auch wenn zumindest die dt. Synchro mal für den einen oder anderen Lacher sorgt, unfreiwillig natürlich.
Vielleicht auch um ein wenig zu kaschieren, spielt der Film fast vollkommen im Dunklen, nur selten wird mal etwas Licht eingesetzt, z.B. nur dann ,wenn man sich in einem leeren Haus befindet. Sonst ist es dunkel, sehr dunkel.
Schauspielerisch ist der Film recht solide, die Darsteller sind zwar alle keine Meister ihres Faches, dennoch unterhalten sie auf ihre Art und Weise. Viele Schauspieler gibt es eh nicht, daher kann man sich mit den paar Mann (und Frau) recht schnell anfreunden.
Zur Sache geht es natürlich dann, wenn die Vogelscheuchen auftauchen. Man erfährt zwar ungefähr, wer sie sind, warum sie allerdings jagt auf Menschen machen, bleibt dem Zuschauer vorenthalten. Dafür gibt es im Bereich F/X einiges zu sehen. Zwar sind die F/X teilweise recht schnell geschnitten, dennoch verfehlen sie nie ihren Zweck und wirken nicht billig, wie man vielleicht auf den ersten Blick denken könnte. Die Vogelscheuchen agieren teilweise sehr brutal und schonen selbst die unschuldigen nicht. Und die Bankräuber bekommen eh ihr Fett weg.
Fazit: „Scarecrows“ ist ein gelungener Beitrag zum Horrorgenre. Der Film sieht nach mehr aus, als er eigentlich ist und überzeugt mit teilweise harten Effekten.
Leider hat man es bis heute nicht wirklich geschafft, „Scarecrows“ in einer ordentlichen Fassung zu veröffentlichen. Viele Details gehen doch teilweise verloren, weil das Bild einfach zu grau und detailarm ist. So versinken einige Szenen im Nichts, so dass der Zuschauer nicht mehr viel erkennt. Sei’s drum, „Scarecrows“ überzeugt und vielleicht wird es noch irgendwann mal eine Veröffentlichung geben, die dieser Film verdient.