Review
von Leimbacher-Mario
HeuSchrecken
„Scarecrows“ hatte massiven Gegenwind in seiner Produktion (fast fluchartige Pleiten, Pech und Pannen wie Bankrotts, Krankheiten, Verschiebungen, Streitereien und sogar ein Flugzeugabsturz, dem die Crew nur um Haaresbreite entging!) - daher bin ich doppelt froh, dass es ihn gibt! Erzählt wird von den „Crows“ gegen übernatürliche „Scarecrows“ - eine Bande von militärisch angehauchten Bankräubern kidnappt ein Flugzeug und ein paar Unbeteiligte, landet dann durch nächtliche Fallschirmabsprünge auf einer Art Farm, die dann auch noch von blutgierigen Vogelscheuchen bewohnt ist, die geübt mit Messern und Macheten sind, gerne Besucher in heugestopfte Kollegen verwandeln...
Die Probleme bei seiner Produktion merkt man „Scarecrows“ durchaus hier und da an, wirklich 100% rund ist hier wenig, manche Darsteller wirken etwas überfordert, die Story fließt nicht wie von vergleichbaren A-Klasse-Filmen gewohnt („Predator“ kommt einem als Maß aller Dinge in den Kopf) und das eine Setting stößt manchmal an seine Grenzen, versucht gar nicht errt allzu viel Abwechslung fürs Auge aufzubringen. Und dennoch mag ich das Teil erstaunlich gerne, bin wie gesagt wirklich dankbar, dass er mit satten drei Jahren Verzögerung damals doch noch direkt in die Videotheken wanderte, dort sogar kein allzu kleiner Erfolg wurde. Heute ist dieser Vogelscheuchen-Actioner dennoch weitestgehend vergessen bis maximal unter dem Radar - was sich ändern sollte! Die Scheuchen selbst sind wundervoll gruselig und düster, einige ihrer Angriffe machen keine Gefangenen und saften durch jede Uniform, alles wird bierernst und trocken abgespult. Zudem trägt das „Eine-Nacht-Szenario“ Früchte und eine gewisse Bedrohung, sogar Surrealität in sich. Das geht bis hin zu einer Art vorhöllischer Aura/Interpretation. Dass das zu Halloween passt, sollte ohnehin klar sein. All das und noch mehr macht „Scarecrows“ zu einem nahrhaften Snack zwischen Maiskolben und Maschinengewehrsalven.
Fazit: Survival-Actioner küsst Vogelscheuchen-Terror - „Scarecrows“ ist ein straightes, höllisch unterschätztes Halloweenschmankerl aus den ausgehenden 80ern. Alles andere als fehlerfrei - aber herrlich düster, schattig und fast etwas nihilistisch!