Bevor der kleine kloppelmoppel zur Kritik schreitet, ein paar Worte zur aktuellen Kino- und Filmlandschaft. Damit meine ich die Wellen von Sequels, Prequels, Remakes, und Computerspiel-Verfilmungen, die seit Ende der 90er hereinbrechen und die Vorführsäale verstopfen, einige mehr, einige weniger, viele überhaupt nicht gelungen. Mehr Geld als Talente werden in Comicverfilmungen verschlissen. Oder Videoclip-Regisseure, die mit beeindruckend traumwandlerischer Sicherheit immer wieder vielversprechende Projekte in den Sand setzen. Dazu noch Hip-Hopper, die sich als schauspielernde Happy-Hippos lächerlich machen. Franchise-Crossover ( oder so ähnlich ) nennt sich der neueste Auswuchs. Freddy vs. Jason, Alien Vs. Predator, Not Vs. Elend, technisch oft nachlässig umgesetzt. Die Multiplexe stürzen sich fast ausschließlich auf diesen Output der werbestarken, amerikanischen Verleihfirmen. Born 2 Die statt Hero, Spider-Man statt Spider oder Bad Boys 2 statt City Of God heisst´s dann auf dem Spielplan und für die Zuschauer: Glotz oder stirb!
Kleinere und größere Filmperlen aus Europa, Asien oder Ozeanien bekommen häufig nur geringe Kopienzahlen oder überhaupt keine Kinoauswertung spendiert. Die Neuseeländer und Australier ( zähl´ ich jetzt einfach mal zusammen ) haben sich dabei, ähnlich den Asiaten, als kleine Spezialisten fürs fantastische Filmgenre hervorgetan. Peter Jackson mit seinen Frühwerken und natürlich mit Der Herr Der Ringe voran, dahinter interessante, wenngleich nicht immer gelungene No- und Low-Budget-Produktionen, wie The Ugly, Undead und eben Die unwiderlegbare Wahrheit über Dämonen.
Sympathisch, was hier vorgelegt wird. Ein flott erzählter Mystery-Thriller, hier inhaltlich etwas bei Lovecraft, dort ein bißchen optisch bei Cronenberg ( Stichwort: Herzverpflanzung ) geklaut. Kann natürlich auch Zitat sein. Oder Zufall. Auf jeden Fall angenehm unprätentiös. Schauspielerisch stets am Rande der Karikatur, was nicht negativ gemeint ist. Bei den Spezialeffekten und Masken galt: was man nicht zeigen kann, zeigt man nicht - was man sieht, ist dafür aber von guter Qualität. Sehr schön. Der Handlungszeitraum ist stark komprimiert, für Charakterentwicklungen daher kaum Zeit. Schade, aber für ein Kinofilmdebüt, was hier eben nur in den Videotheken erschien, ist viel handwerkliches Potential erkennbar. Der Einsatz von Kamerafiltern und der bildtechnischen Nachbereitung ist sehr moderat und passend. Regisseur Glenn Standring protzt nicht mit visuellen Spielereien und überlädt seinen Film nicht wie es manch anderer Debütfilmer tut, um Zuschauer, Produzenten oder sonstwen zu beeindrucken. Der Haken dabei: der Film ist leider nicht so clever und storymäßig ausgefeilt, wie er vielleicht hätte sein können.Man bekommt nach dem Abstand nicht den Wunsch, ihn noch einmal anzuschauen. Hat man Schreckmomente und Plot-Twists - die man eigentlich schon beim ersten Sehen errät - erst einmal durch, bietet der Film schlicht keine Spannung mehr. Schlecht ist er auf keinen Fall, und böse kann man den Regisseur auch nicht sein. Denn hoffen darf man zurecht auf eine Weiterentwicklung und darauf, das er nicht dem Lockruf des Geldes erliegt und als lust- und inspirationsloser Auftragsarbeiter irgendwo in Hollywood endet.