Review

Leidlich launige Bastelarbeit, die beliebig zusammengeflickt wirkt aus abgegriffenen Stofffetzen aus der Mottenkiste des Mindfuck-Horrorkinos.

Schon der Einstieg wurde grandios vergeigt, weil das alberne Geplapper zwischen dem Protagonisten und seinem schwatzhaften Bruder so gar nicht zu der prätentiösen Ernsthaftigkeit der eigentlichen Handlung passen will, die dem Zuschauer als mysteriös und doppelbödig verkauft werden soll, tatsächlich aber nichts anderes als eindimensional ist und lediglich enorm wirr und hektisch aufbereitet wurde. Zwar gelingt es der Kamera gelegentlich die Atmosphäre einzufangen, die dem Psychoszenario durchaus hätte zuträglich sein können, doch gilt dies bezeichnenderweise meist nur für die unverfälscht anmutenden Bilder der nächtlichen Großstadt (ein Albtraum aus Neon, Asphalt und Beton) und eben nicht für die klischeehaft und unoriginell gestalteten und daher reichlich gestellt wirkenden settings.

Die Story ist dünn wie ein Bierdeckel, was durch eine überschaubare (und somit bald repetitive) Anzahl von Verwirrspielchen durch Verstandes- und Sinnestäuschungen  kaschiert werden soll. Dummerweise weiß der Zuschauer aufgrund der Präsentationsweise aber ohnehin stets mehr als der Protagonist, was die Spannungskurve erfahrungsgemäß sinken lässt. Was die Präsentation der okkulten Elemente (Dämonen, Sektierer, schwarze Magie) angeht, so zeigt sich schlechterdings gerade hier die Ideen- und irgendwo auch Anspruchslosigkeit der Beteiligten an der Produktion besonders deutlich.

Ist alleine die Grundidee schon reichlich ausgelutscht, ging Glenn Standrings Inspiration selten über mit thematisch passenden Reizworten vollgekritzelte Wände, flackernde Kerzen oder das Blättern in Massenpublikationen über Okkultismus hinaus. Dazu noch schlecht geschminkte Wunden, kübelweise Kunstblut, inhaltsarme aber dafür reichlich pathetisch aufgesagte Phrasen der vordergründig auf cool, sexy, böse oder schlicht durchgeknallt getrimmten Figuren - kein Wunder, dass diese Darstellung geradezu zum Overacting einläd.

Wen das alles noch nicht abschreckt, verfügt möglicherweise über andere Geschmacksnerven und Verdauungsorgane als ich, der Standrings Horror-Fast-Food nicht nur kaum einen Nährwert bescheinigen kann (bei mancherlei Fraß ändert sich ja zwischen Ein- und Austritt aus dem Körper gerade mal die Temperatur), sondern nicht einmal geschmackstechnisch einen Gaumenkitzlereffekt, der dem Goutieren trotz reduzierten Brennwertes einen gewissen Reiz verleihen könnte.

Mit anderen Worten: "Truth About Demons" verhält sich zu einem echten Horrorfilm wie Analogkäse zu einem Edelkäse Premier Cru. Aber wem's schmeckt...

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