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Schriller Titel, interessantes Thema, ungewöhnlicher Film: die unwiderlegbare Wahrheit über Dämonen!
Lange fürs Kino angekündigt, dann doch als Video hereingereicht, steht der Film zwischen den Medien. Fürs Kino nicht radikal genug, für DVD-Veröffentlichung schon fast zu sehr Schmuckstück.

Karl Urban (Eomer aus "Der Herr der Ringe") ist hier der ungläublige Sektenverfolger, der praktisch von Minute 1 in einen Strudel aus Mord und Dämonenverfolgung gerissen wird. Da der Film komplett nur an einem Abend und der dazugehörigen Nacht spielt, wird man als Zuschauer mitten ins Geschehen gewirbelt, ohne lange Einführung oder Charakterschaffung.

Das jedoch wirkt sich zum Nachteil des Films aus, denn obwohl Harry Ballard durchaus ein Sympath alter Schule ist, fehlt die Möglichkeit zur Identifikation. Die geht im heftigen Tempo verloren, denn kaum hat man Harry, einen Mitarbeiter und seine Frau kennengelernt, sind letztere beide auch schon wieder tot und der Film noch keine halbe Stunde alt.
Die Motivation der Dämonensekte muß sich erst nach und nach klären und auch in dieser Hinsicht wirft das Buch dem Zuschauer nur Brocken hin, da Harrys als einziges Unterstützung via einer durchgeknallten Ex-Jüngerin der Dämonen erhält, die überwiegend irres Zeug labert und in einer Bude haust, die auch dem Killer aus "Sieben" gefallen hätte.

Peu a peu kommt in der nächtlichen Hetzjagd der Plot ans Licht, was ungewöhnlich und sperrig ist, den Zuschauer aber auch wach und aktiv hält, denn zumindest in der ersten Hälfte rückt der Streifen von gängigen Konventionen ab.
Leider behindert dann aber die notwendige Ungläubigkeit des Protagonisten die Rezeption: während wir natürlich schon wissen, daß Ballard mit dem Arsch im Übernatürlichen sitzt, will er es einfach nicht glauben und steckt Mal um Mal ein, immer schlimmer, immer härter.

Trotzdem bleibt der Film ein flotter Wirbel mit reichlich Tempo, macht von seinen PC-FX guten Gebrauch, was zischelnde und grollende Dämonen angeht, die im Halbdunkel lauern und spart auch nicht mit Blut und Ekel (Urban stärkste Szene zeigt ihn schreiend auf dem Bett, als er eine Handvoll Schaben ins Gesicht und den Mund geworfen bekommt, bjach...) Am Ende läßt er jedoch einiges an Fragen offen, bringt eine "Macht" ins Spiel, die weder Grundlage noch Erklärung findet und löst den Plot halb optimistisch, halb schräg auf. Böse tot, die Guten glücklich in der Klappse, Macht noch da, hurrahurra!

Man sollte sich davon jedoch nicht abschrecken lassen, denn die nicht mal ganz 90 Minuten vergehen wie im Flug und stehen neben dem üblichen Plot-Einerlei, sich eher an Hitchcock orientierend, wenn die Welt hinter unserem Helden herhetzt und er nicht weiß, warum.
Ein schöner, abwechslungsreicher Film mit einigen Schreckeffekten und reichlich Drive. Irgendwo schwenkt einer ein Schild mit der Aufschrift "Geheimtip" und in der Richtung wird's auch liegen. (7/10)

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