Nachdem der Bruder des Anthropologen Dr. Harry Ballard unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, gerät das Leben des Wissenschaftlers vollkommen aus den Fugen: Er erhält plötzlich ein Video mit dem Mitschnitt einer schwarzen Messe. Nur kurze Zeit später wird er von einer Gruppe bizarrer Freaks entführt - als Anführer erkennt er den Zeremonienmeister aus dem Video. Harry kann dem teuflischen Zirkel zunächst entkommen, doch sie sind ihm dicht auf den Fersen. Niemand glaubt ihm; auch nicht, als die ersten seiner Mitmenschen dann doch dran glauben müssen.
Irgendwie liebe ich hier schon den Titel, der sperrig genug ist um im Gedächtnis zu bleiben, selbst wenn der Streifen nix taugen würde. Am Ende wird allerdings weder etwas wider- noch belegt (ja lieber Covertexter, widerlegen schreibt man ohne "ie", auch nach der Rechtschreibreform). Für Mystery Fans, die gern zum Filmende die Gedanken schweifen lassen ist DuWüD jedenfalls ein gefundenes Fressen.
Uns Eomer, äh diesmal Harry, hat jedenfalls im Grunde alles was man(n) sich wünscht, was ein eingehendes Video Tape (ein Mittel das seit der Ring Trilogie wohl in Mode zu kommen scheint) grundlegend ändert. Irgendwie hängt alles mit Bruderherzens Selbstmord vor einem halben Jahr zusammen und ab hier wird Harry brutal von einer schwarzen Loge und deren Glatzenkaiser-Anführer/Prediger/Guru oder was auch immer gejagt.
Warum sie sich so viel Zeit gelassen haben, was sie damit beabsichtigen, wer die sind oder woher die echten Dämonen später kommen, bitte fragt mich nicht, das Drehbuch interessiert sich auch nicht weiter dafür. Hier haben wir mal wieder einen Film, der auf seine intelligenten Zuschauer setzt, denn vorgekaut wird hier mal gar nix.
Das ist aber nur bedingt tragisch, denn von seiner Stimmung kann der Film gut leben. Nächtliches Setting, ein guter Score der mal düster und mal dynamisch klingt und auch Blut und Schreckmomente setzt die FSK-16 Produktion passend ein. Die Geschichte ist zwar ziemlich undurchsichtig, hat aber ein flottes Tempo und mit Urban einen guten Hauptdarsteller gefunden. Der Rest fällt doch etwas ab, vor allem seine freakige undurchsichtige Ex-Sekten Begleiterin mit dem Cayal-Überschuß ums Auge ist da doch eher von der Overacting Schule.
Die hauptfrage ist natürlich aber mal wieder ist das alles real, was Harry widerfährt, oder ist er ein zugekiffter Junkie, der sich das alles im Delirium zusammenhallizuniert. Der Film plädiert wohl für letzteres, kann aber auch in jede andere Richtung interpretiert werden. Wie gesagt, eine unwiderlegbare Wahrheit über irgendetwas gibt es hier nicht, auch keine widerlegbare, sondern nur der gern genutzte Spagat zwischen Wahn und Wirklichkeit. Diesen dafür aber dann ordentlich.
6/10