Review

Mr. Bean ist Kult. Darüber muss man nicht diskutieren. Und egal in welche Folge man reinzappt, man bleibt hängen. Silvester erst wieder konnten wir uns nicht verkneifen, Mr. Beans Renovierungsversuche zum 10ten mal zu bestaunen und zu belachen.

Als dann 1997 Bean - Der ultimative Katastrophenfilm rauskam, war man doch sehr skeptisch. Es war halt für den amerikanischen Markt produziert und das merkte man. Und er sprach - das war schon sehr ungewöhnlich. Dennoch fand ich ihn gar nicht schlecht, und deshalb hatte ich jetzt - 10 Jahre später - auch keine Bedenken, mir Mr. Bean macht Ferien anzusehen.Zuerst fällt auf - der Typ altert nicht. Er sieht noch genau so aus wie vor 18 Jahren, als die TV-Serie entstand. Er hat noch genau dieselben Sachen an, die gleiche Frisur und den gleichen süßen Mini Cooper mit dem Vorhängeschloss. Leider fehlt ein Detail, dass uns als Reminiszenz an Mr. Beans ersten Urlaub (im TV) sehr gefallen hätte - Teddy. Unvergesslich die Szene, in der er seinen Koffer packt und mangels Platz überlegt, welchen Teil von Teddy er abschneiden könnte, damit er reinpasst.Also kein Teddy, dafür hat man sich wieder auf alte Tugenden besonnen - Mr. Bean spricht fast nicht, außer Französich: "Gracias"... Rowan Atkinson versteht es prima, die Reise unseres ungewöhnlichen Briten durch Frankreich komödiantisch am Laufen zu halten. Es gibt die üblichen Slapstick-Einlagen, Grimassen, Schattenspielereien und Absurditäten, die wir so an ihm lieben. Dennoch ist der Film keine Aneinanderreihung von Gags, sondern letztendlich ein hinreißend spannender Roadmovie, in dem es Kinder zu beschützen, den Behörden zu entkommen und das Meer zu erreichen gilt. Und dass Mr. Bean bei aller Skurilität sein Herz am rechten Fleck trägt, macht es noch schöner.Optisch ist der Film eine kleine Hommage an Frankreich, seine wunderschönen Landschaften und pulsierenden Metropolen. Willem Dafoe als aufgeblasener Regisseur macht Laune und wie die Filmfestspiele in Cannes auf die Schippe genommen werden - nicht schlecht. Man sollte sich auf jeden Fall die DVD-Extras zu Gemüte führen, hier ist extrem viel Erhellendes rund um den Film und Mr. Bean allgemein zu finden. Und Atkinson als normalen Menschen zu sehen (wenn man das über einen Engländer überhaupt sagen kann :-)) ist komisch und beeindruckend zugleich.

Mr. Bean for Premierminister!

(Filme und Mehr - www.olaflux.com)

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