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Frau Riefenstahl hatte dafür mehr als 1 Million Statisten zur Verfügung, und es ist eine erstaunliche Entdeckung zu merken, dass die enorme Versammlung des Massenparteitages nur für diesen Film veranstaltet wurde. Als authentischer Dokumentarfilm taugt er danach nicht, weshalb auch Riefenstahls Kommentar, es handele sich lediglich um eine Dokumentation ohne tendenziösen Kommentar, mit Misstrauen zu sehen ist. Sicherlich fehlt ein Kommentar, der andere Propagandafilme der Nazis überfrachtete und damit weniger wirkungsvoll machte, aber eine Tendenz ist unverkennbar. Meisterhaft in Szene gesetzt, ist alles eine Nachschöpfung, keine Geschichte.
Hitler ist das einzig übriggebliebene Individuum, die anderen erscheinen als Teil eines riesigen Kollektivs, als in Blöcken erstarrte Masse, die nur reagiert, nie selber agiert. All dieses Beiwerk des Films zielt auf dem Unterbewusstsein abgeleitete Gleichnisse, Verständnis wird damit verhindert, nicht gefördert. Wenn Information zurückgehalten wird, werden atavistische Symbole aktiviert, es entsteht ein Rückschritt auf eine tiefere psychische Ebene.
Im Zusammenhang mit einem konstruierten Werk ist das Bild niemals neutral, es ist ausgewählt. Allerdings scheint der Film auch heute noch als Meisterwerk einer gewissen Ästhetik zu verführen, und seine Anziehungskraft ist gefährlich.

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