"Lass mich diese sündige Welt so annehmen wie sie ist und nicht wie ich sie gerne hätte."
In „Mr. Brooks" spielt Kevin Costner den Serienkiller Evan Brooks der nach dem töten süchtig ist. 2 Jahre konnte er diese Sucht unter Kontrolle halten aber dann wurde seine "dunkle" Seite (verkörpert duch William Hurt) erneut übermächtig und zwang ihn zu einem erneuten Mord. Nur noch dieses eine Mal sollte es sein. Dummerweise wird er bei diesem Mord gesehen und hat plötzlich einen voyeuristischen Hobbyfotograf (Dane Cook) am Hals, welcher ihn zu weiteren Morden anstachelt... selbstverständlich in seiner Gegenwart.
Im Grunde klingt der grundlegende Plot recht interessant und spannend, bei der Umsetzung wurde allerdings geschlampt, und dies nicht zu knapp. Anfangs wird die Story noch gut konstruiert dargelegt, verliert sich aber ab der Hälfte in Subplots, in Form von Brooks Tochter, welche die gleichen Anlagen veerbt zu haben scheint, eine Polizistin (Demi Moore) die mitten im Scheidungsstress festsitzt plus einen geflohenen Sträfling, und setzt sich erst gegen Ende wieder fort. Dadurch bleibt der Spannungsbogen und das Erzähltempo auf der Strecke und hängt teils völlig durch.
Bei einer Figur wie sie Kevin Costner spielt hätte ich mir mehr emotionale Mimik vorgestellt, gerade bei den Passagen, in denen Brooks gegen seine dunkle Eigenschaften kämpft. Stattdessen bleibt er durchweg der unterkühlte Geschäftsmann, von Verzweiflung keine Spur zu sehen, selbst in Situationen die völlig ausser Kontrolle geraten. Dies halte ich aus psychologischer Sicht nicht als realistisch. Irgendwann gerät jeder mal in Rage, auch wenn es nur kurzzeitig ist.
Auch die anderen Charaktere wirken steril und nicht sonderlich gut ausgearbeitet. Die Hintergründe und Ambitionen der Figuren bleiben größten teils verborgen.
Ungewöhnlich ist die Darstellung des bösen Alter Egos durch eine zweite Person. William Hurt trägt diesen Part und sorgt in den Zwiegesprächen mit Costner für Abwechslung durch einige Schmunzler und Gehässigkeiten.
Ein FSK 18 war mir bis Ende des Filmes, als mit Schaufel und Schere "gearbeitet" wird, völlig schleierhaft. Die Brutalität gegen Ende so zu steigern, nachdem man auf ruhiger und psychologischer Ebene blieb, halte ich für absolut unnötig und störend, denn das will so garnicht in die saubere, sterile Welt von Brooks passen.
Vielleicht habe ich zuviel erwartet, vielleicht sind Psychothriller mit charismatischen Killern auch einfach nicht meine Sache. Für mich waren das Gesehene knapp 2 Stunden Zeitverschwendung. Zu wenig Emotionen, zu wenig und unpassende Action, schwache Darstellung der Figuren, zäh, unspektakulär und so gut wie keine Spannung die für einen Thriller das "A" und "O" sind. Möglicherweise für Hannibal-Fans sehenswert. Aber bitte keine schauspielerische Leistung eines Anthony Hopkins erwarten!
2 / 10