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Hin und wieder gibt es einen Film, welchen einen richtig packt und nicht mehr so schnell loslässt und sich dabei wohlwollend von der üblichen Genre- und Filmkost abhebt. Einer dieser Filme ist die Romanadaption „The Girl next Door“.

Story: Nach dem Tod ihrer Eltern kommen Meg und ihre Schwester Susan in die Obhut ihrer Tante Ruth. Meg lernt den Nachbarsjungen David kennen mit welchem sie sich auf Anhieb versteht. Doch ihre Tante akzeptiert Meg nicht und zeigt es ihr mehr als deutlich. Es kommt soweit, dass Ruth die kleine Susan schlägt und Meg zur Polizei geht. Eines Abends macht David im Nachbarshaus eine schreckliche Entdeckung: Ruth, ihre beiden Söhne und andere Nachbarskinder beginnen Meg ihn ihrem Keller zu foltern und zu misshandeln…

„The Girl next Door“ basiert auf den Bestseller „Evil“ von Jack Ketchum, welcher sich an einer wahren Begebenheit in den 50ern orientiert. Diese Begebenheit hat sich auch „An American Crime“ mit Ellen Page angenommen, welcher 2008 auf DVD erscheinen wird. Leider muss ich zur meiner Schande gestehen, dass ich Ketchums Buch nicht gelesen habe, es aber so schnell wie möglich nachholen werde. Denn „The Girl next Door“ ist ein unglaublich intensives Filmerlebnis, was einem regelrecht entsetzt und einem nach dem Anschauen nicht mehr so schnell loslässt. Zu heftig ist die Geschichte und die Bilder, welche Regisseur Gregory Wilson auf Zelluloid gebannt hat.

Aber wer aufgrund der Inhaltsangabe einen reinen Folterfilm erwartet braucht sich den Film erst gar nicht anschauen. Denn „The Girl next Door“ ist mehr als ein plumpes Folterfilmchen. Mehr als nur sleaziges Exploitationkino. Wilsons Film ist ein verstörendes, langsam erzähltes Drama, welcher in eindringlichen Bildern zeigt wozu Menschen fähig sind. Ohne große Effekthascherei und bluttriefenden Gewaltbildern, sondern in atmosphärisch dichten Bildern erzählt. Alle Grausamkeiten gegenüber Meg werden nur angedeutet oder nur ganz kurz gezeigt was dem Film sehr zu Gute kommt und dessen Eindringlichkeit verstärkt.

Und hier muss man Hauptdarstellerin Blythe Auffarth ein großes Lob aussprechen, welche die Torturen und den Schmerz glaubhaft rüberbringt, den Zuschauer regelrecht mitleiden lässt und sogar Hassgefühle gegenüber den Nachbarskindern und vor allen gegenüber der Tante aufkommen lässt. Ein großartige Leistung welches man ihr hoch anrechnen muss.

„The Girl next Door“ ist ohne Zweifel einer der besten Filme 2007. Ein Film der einen bewegt, entsetzt und bisweilen traurig stimmt. Keine leichte Kost und sicherlich auch kein Film für Zwischendurch. Darüber hinaus von Blythe Auffarth kongenial gespielt. Ein kleines Meisterwerk und darum bleibt mir nichts weiter übrig die absolute Höchstnote zu geben.

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