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„Der Mann mit der eisernen Maske“ bot Alexandre Dumas Werke stargespickt dar, „Der Graf von Monte Christo“ kam ebenfalls nach diversen Jahren frisch aus der Überarbeitung, da schickt uns Hollywood gleich noch „The Musketeer“ hinterher, die klassische Story von D’Artagnon im modernsten Gewand.

Runtergespult wird hier das übliche Pensum minus Lady de Winter, aber mitsamt dem Herzog von Buckingham, der königlichen Zofe (Mena Suvari im Schnuckelmodus) und Catherine Deneuve, die als Königin mal einfach selbst tätig wird, was wir so auch noch nicht hatten.

Visuelles Gewicht wird jedoch hier nur auf die akrobatischen Kampfszenen im Matrixstil gelegt, möglichst spektakulär muß die Fechterei daherkommen und mit schön altertümlichen Landaufnahmen für die Authentizität. Es wird also gesprungen, gehechtet, geschwungen und durch die Luft gewirbelt, daß es eine wahre Pracht ist – und wohl nicht zuletzt um den gesichtlosen Milchbubi in der Hauptrolle, der auf den Namen Justin Chambers hört, ein wenig in seiner Blaßheit zu übertünchen.

Der bestreitet wohl für seine Teenie-Zielgruppe den Hauptteil der Handlung, läßt die übrigen drei Musketiere in blasse Nebenrollen abrutschen und gibt dem Affen alle fünf Minuten Zucker. Nur haben wir das in anderen Musketierfilmen auch schon alles gesehen, die Dauerakrobatik wirkt zusätzlich penetrant und selbst der größte Aufwand kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß das alles wie eine passabel gedrehte TV-Fassung des Stoffes wirkt.

Pluspunkte gibt’s für den Einsatz an natürlichem Licht und das finale Duell in einem Speicher voller Leitern, ein Balance-Akt, der auch Jackie Chan gefallen hätte und nicht zuletzt für Miss Suvari, deren zerbrechlicher Charme mal die Erinnerung an Hollywood beiseite wischt.
Der Rest jedoch ist so beliebig wie mtv-generation-clean und wird deswegen wohl auch künftig kaum mehr Aufsehen erregen. (4/10)

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