Das Thema mit der mutierten sexuellen Weiblichkeit hatten wir schon einige Male, etwa beim Porno-Urgestein „Deep Throat“ oder beim schlaffen „Penetration Angst“, welcher mit einer ähnlichen Prämisse daherkam, jedoch jeden Anflug von Auflockerung vermied.
Mitchell Lichtensteins Erstling versucht zwar immer wieder Humor aufflackern zu lassen, doch seine zahme Umsetzung scheitert bereits nach einer Viertelstunde.
Schülerin Dawn setzt sich in einem Kreis Gleichgesinnter für Enthaltsamkeit und Keuschheit vor der Ehe ein, während ihr Halbbruder Brad kifft, seine flüchtigen Bettgeschichten mit Vorliebe pötert und Dawn gegenüber sexuelle Anspielungen macht.
Als Dawn sich mit einem Gleichaltrigen in einer Höhle zum Kuscheln zurückzieht und dieser daraufhin aufdringlich wird, beißt ihr bezahnte Vagina zu, welche fortan häufiger zum Einsatz kommt…
Das prüde Amerika und die fadenscheinige Doppelmoral hat dort schon so manchen Teenager unglücklich gemacht und so ist es phasenweise recht angenehm, wie diese Grundsätze mit kleinen Sticheleien entlarvt werden. Nur leider führen diese Ansätze zu keinem humorvollen Ergebnis, nur selten findet sich Situationskomik, wirklich bissig wird das Thema nicht behandelt und überhaupt, - und das ist das größte Problem der Erzählung - wird die Geschichte zu unscheinbar, ohne Drive und Esprit, ja noch nicht einmal trashig vorgetragen.
Die meiste Zeit über wähnt man sich in einem recht seelenlosen Coming-of-Age Streifen, der mit langweiligen Typen jongliert und sich voll auf seine weibliche Hauptfigur konzentriert, die im Verlauf selbstsicherer wird und zum großen Showdown erwartungsgemäß zum Angriff auf den Halbbruder übergeht.
Wären da nicht die kurzen Splattereinlagen, insbesondere bei der einzig unterhaltsam gefilmten Szene bei einem Frauenarzt, würde die erzählerische Lethargie rasch zum Aufmerksamkeitsabbau führen, denn zumindest jene Momente sind einigermaßen sarkastisch verpackt.
Das Sujet ist zwar lustig, doch die Umsetzung über weite Teile zu lahm ausgefallen, während kurze Aufheiterungen minimale Lichtblicke bilden.
Vorhersehbar, handzahm und nur selten ein wenig blutig, - so pendelt „Teeth“ unentschlossen zwischen Teenie-Drama und Horror und dürfte allenfalls Anhängern Freudscher Verlustangst-Theorien einen leichten Schrecken einjagen.
3,5 von 10