Ein liberaler Politiker hält eine flammende Rede. Die Rockergang "Grave Diggers" trifft ein und fängt aus sicherer Entfernung gegen den guten Mann zu pöbeln an.
Zur gleichen Zeit positioniert sich ein Scharfschütze, um den noch immer labernden Wahlkämpfer mit einigen Bauchtreffern in den Ruhestand zu schicken. Der unter dem Einfluss der Droge LSD stehende Gangmember "Kröte" beobachtet das Attentat, mit verherenden Folgen für die "Grave Diggers". Das Syndikat beseitigt einen Rocker nach dem anderen. Da der "Präsi" des Clubs jede offizielle Hilfe der Staatsmacht ablehnt, tritt der junge Polizist "Stone", nach einigen Beweisen seiner Tauglichkeit, in den erlauchten Kreise der wilden Horde ein. Sein Ziel, schütze die Biker und finde den (die) Killer.
Das schafft der symphatische Kerl auch, er begeht leider den unverzeihlichen Fehler (einmal Bulle, immer Bulle) sich gegen seine neuen Kumpels zu stellen und weigert sich mit Waffengewalt, den "Grave Diggers" den gefassten Killer zu überlassen. Zum Happyend hält "Stone" seiner spiessigen Freundin ein Loblied auf seine Rockerfreunde und bekommt promt überraschenden Besuch des ganzen Clubs. Die Outlaws schlagen und treten den Verräter vor den Augen seiner Braut zu einem blutigen Klumpen, entwenden ihre verborgte Clubweste, reissen "Stone" den Clubohrring rüde vom Läppchen und empfehlen sich. Ob unser Held diesen Besuch überlebt, wage ich mal vorsichtig zu bezweifeln.
Klingt trivial oder ? Ist er auch, dieser Superfilm ! Der Streifen hat dem geneigten Fan nämlich so einiges mehr zu bieten, als die üblichen mir bekannten Rockerfilme. STONE funktioniert auf wunderbare Weise. Die kernigen Charaktere werden von durchweg guten Darstellern mit Spass an der Freud dargestellt. Regiesseur und Drehbuchautor Sandy Harbutt liess es sich nicht nehmen, den Präsident der "Grave Digger" gleich selber zu spielen, übrigens mit Bravour. Wenn er "Stone" seine interessanten Standpunkte und Lebensweisheiten zur verhassten Gesellschaft verklickert, kann ich nur anerkennend nicken. STONE besitzt wirklich magische Momente. Ich möchte nur 2 Szenen beschreiben. Nach einer durchgefeierten Nacht geht die Sonne auf und die Biker schlendern aus ihrer bunkeränlichen Festung mit ihren Schnecken im Schlepptau, um zu baden. Das Gefühl von Freiheit wurde mir von Regiesseur und Kammeramann hier sehr einfühlsam vermittelt. Auch die Sequenz, in welcher die Biker ein ermordetes Mitglied zur Beerdigung befördern, ist eindrucksvoll gefilmt. Wie übrigens der gesamte Film eine grossartige Kammeraarbeit zu bieten hat. Erwähnen möchte ich auch noch die hervorragende deutsche Synchronisation von STONE. Es wimmelt nur so vor begnadeten damals noch recht unbekannten Sprechern, wie Manne Lehmann (er spricht heute Bruce Willis und Kurt Russell) und Konsorten. Solche Jungs liegen mir einfach am Herzen.
Interessant dürfte noch das Datum der deutschen Uraufführung von STONE sein und zwar war das der 9.7.81. .Da hatte der Film bereits 7 Jahre auf den Buckel. Der einzige Grund, dass STONE (im Entstehungsjahr wohl aus verleihtechnischen Gründen nicht in der BRD gestartet) doch noch seinem wohlverdienten Weg in unsere Lichtspielhäuser fand, war dem Überraschungserfolg eines anderen australischen B Movies mit einem unbekannten Bübchengesicht namens Mel G. in der Titelrolle zu verdanken. Geholfen hat es leider nicht. STONE lief bei uns im damals noch schwer bedeutsamen Berliner Uraufführungskino Zoo Palast an und floppte gnadenlos. Seltsam aber so ist es geschehen ...
Für mich jedenfalls ist STONE der geilste und kompromissloseste Rockerfilm den ich kenne. Punktabzug muss es leider trotzdem geben. Die Feuerstühle der "Grave Diggers" kommen alle aus Japan. Das finde ich in etwa so realistisch, als ob Steve Mc Queen wie selbstverständlich auf einem Kamel durch den Wilden Wilden Westen reiten würde.