Review

Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen Fassung eines DVD-Bootlegs!

Mit "Stone" haben wir die australische und weitaus härtere Variante eines Biker-Movies im Stil von "Easy Rider". Hochkarätige Stars wie Peter Fonda und Dennis Hopper sind hier nicht auszumachen, dafür hört sich die Story sehr vielversprechend an:

Ein Mitglied der "Gravediggers", einer australischen Rockerbande, die sich selbst auch als Satanssekte bezeichnet, wird im LSD-Rausch unfreiwillig Zeuge der Ermordung eines Politikers durch einen Profikiller. Dieser macht sich nun daran, mehrere Mitglieder der Gang auf vielseitige Art zu töten. Um dem Killer auf die Spur zu kommen schleust sich der langhaarige Polizist Stone in die Gruppe ein, der nach anfänglichem Mißtrauen die Freundschaft der "Gravediggers" gewinnt, diese aber aufs Spiel setzt...

Ja, das hört sich nach kultverdächtigem Trash an. Doch leider kommt das Portait einer Rockergang trotz tausender PS sehr langsam in Fahrt.

Das Attentat auf den Politiker wird von störenden Geräuschen begleitet, die offensichtlich den Drogenrausch des "Gravediggers" suggerieren sollen, aber somit der Szene jegliche Spannung und Dramatik rauben.

Die Tötungen der "Gravediggers" sind zwar sehr vielseitig und actionreich in Szene gesetzt, doch wurden sie lustlos aneinander gereiht und in drei, vier Minuten abgefertigt. Bis auf ein weiteres Attentat wenige Minuten später kommt der Profikiller nicht mehr zum Einsatz und der Zuschauer wird Zeuge, wie Stone in den Zirkel aufgenommen wird und Bekanntschaft mit deren Ritualen macht.

Aber von einem satanischen Zirkel sind die "Gravediggers" weit entfernt. Namen wie "Zombie", "Leiche" oder "Undertaker" machen aus den bärtigen, drogensüchtigen Bikern noch lange keine Satansjünger.

Sandy Harbutt ist ein Filmemacher, der im Vergleich höchstens an die Qualitäten eines Jess Franco reicht, denn die Inszenierung ist wirklich sehr schlecht ausgefallen. Meistens beherrschen irgendwelche Hintergrundgeräusche das Geschehen und auch die Musikauswahl ist bis auf einige rockige Nummern sehr bizarr. Die schauspielerischen Leistungen sind auch keine Offenbarung, vor allem der braun gebrannte Ken Shorter wirkt von der Mimik her wie eine Holzpuppe.
Der Profikiller wird zwar in einem kurzen und knappen Finale gestellt, aber was die Motive und die Hintermänner anbelangt, bleibt einiges im Dunkeln.


Trotzdem gelingt ein recht realistisches Portait einer gesellschaftlichen Randgruppe mit eigenen Gesetzen, bei der allerdings das Potential der Story zu Gunsten von Drogen-, Alkohol- und Gewaltexzessen aus den Augen verloren wird.
Das Umfeld und Aussehen der Gang ist allerdings authentisch eingefangen worden und das Feeling von Freiheit und Unabhängigkeit erreicht den Zuschauer.


"Stone" ist nicht nur ein Film für Biker und wer sich an den billigen Inszenierungsstil und der schlechten Tonqualität schnell gewöhnt hat, wird auch bis zum Schluß recht gut unterhalten.

6 von 10 Harleys!

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