Der US-Amerikaner J.R. Bookwalter war 1985 Zombie-Komparse in Romeros „Day of the Dead“. 1989 dann drehte er zusammen mit ein paar Kumpels “The Dead Next Door”, eine Amateur-Hommage an Romeros berüchtigte Trilogie. Fortan trat er immer wieder einmal mit Amateur-Direct-to-Video-Horrorproduktionen auf den Plan.
Von der Kleinstadt Akron im US-Bundesstaat Ohio geht eine Zombieplage aus, die mittlerweile fast die gesamten USA erreicht hat. Die „Zombie Squad“-Einheit macht unermüdlich und -erbittlich Jagd auf die Untoten, wird jedoch mit einer religiös verwirrten Sekte konfrontiert, die die Zombies beschützt…
Bookwalters Filmdebüt ist offensichtlich die Arbeit junger Zombiefilm-Fans, die ihren Vorbildern eine Ehrerbietung erweisen und dabei eine Menge Spaß haben wollten. Dass man diesen vermutlich auch hatte, sieht man dem Film in seinem Videokamera-Billiglook auch an, grundsätzlich wirkt „The Dead Next Door“ nicht unsympathisch. Allerdings krankt er an den typischen Symptomen derartiger Amateur-Produktionen: Während man sich fleißig durch die Filmgeschichte zitiert und der Genrekenner wissend nicken kann, werden zwar zu einem nicht geringen Teil erstaunlich gut gelungene, detailverliebte selbstgemachte Splatter- und Gore-Effekte geboten, bleibt jedoch alles andere – Bildaufbau, Dramaturgie/Tempo, Spannung – aufgrund der Unerfahrenheit der jungen Filmemacher, die all dem in ihrer Versessenheit auf blutige Schauwerte vermutlich auch keinen allzu großen Stellenwert beimessen, größtenteils auf der Strecke. So plätschert die Handlung viel zu sehr als bloßes Füll- und Streckwerk vor sich hin, die zudem das große Problem aufweist, beständig zwischen (selten wirklich lustiger) Komik und (eigentlich nie ernstzunehmendem) Ernst zu pendeln, so dass sich weder Stimmung, Atmosphäre oder was sonst noch wichtig wäre, den für die Empathie beim Filmgenuss so wichtigen Eindruck einer Parallelwelt zu schaffen, entwickeln. Da stört es dann auch schon nicht mehr, dass fast alles, was an der Handlung akzeptabel erscheint, von Genrevorbildern wie „Day of the Dead“ oder auch „Return of the Living Dead“ abgekupfert scheint, eigene Elemente hingegen, die ohne Effektspektakel auskommen müssen, ziemlich daneben wirken.
So bleibt unterm Strich ein weniger gelungenes, dennoch respektables Amateur-Debüt, an dem der Genrefan noch am meisten Spaß haben wird, wenn sich ein vergnügtes Laiendarsteller-Ensemble gegenseitig ständig mit den Namen von Horrorregisseuren anredet, selbst die Kulissen schwer auf Nerd-Zitat getrimmt wurden und die Effekte krude Masken und herrliches Zombie-Gemansche zu bieten haben, inkl. einiger wirklich anspruchsvoller Techniken (aus meiner Laiensicht…) wie z.B. Schmelzeffekte. Mit ein wenig Geduld und Sitzfleisch oder aber guten Kumpels, die filmischen Leerlauf mit bierseligem Gequatsche überbrücken, wird der amateuroffene Genrefreund nicht enttäuscht werden, alle anderen seien hiermit vorgewarnt – insbesondere vor der deutschen Synchronisation, die alle Mängel des Films noch einmal locker unterbietet.
Einem ebenfalls am Film beteiligten Scott Spiegel beispielsweise gelang im gleichen Jahr mit „Bloodnight“ alias „Intruder“ ein wesentlich besseres Spielfilmdebüt, allerdings dürfte er auch über ein wesentlich höheres Budget verfügt haben.