Review

Zombies brauchen kein Geld


Die Protagonisten heißen alle wie große Horrorvorbilder (Romero, King, Savini usw.), direkt am Anfang bringen ein paar Zombies VHS-Kassetten von „Evil Dead“, „Dawn of the Dead“ und Co. zurück, Sam Raimi hat sogar selbst ein paar Moneytoes springen lassen, um diesen Zombieeintopf mitzufinanzieren - braucht ihr wirklich noch mehr Gründe und Beweise, an wem sich „The Dead Next Door“ orientiert, wie günstig und dilettantisch das Ganze ist und was man zu erwarten hat?!?! Man nehme Peter Jacksons frühe Splatterergüsse und kreuze sie mit weniger Talent, genauso viel Leidenschaft und Durchhaltevermögen und dem damals eigentlich auch schon ausgelaufenen Zombie-Videotheken-Hype - und fertig ist „The Dead Next Door“! In dieser amerikanischen Amateur-Untoten-Schlachtplatte folgen wir der „Zombie Squad 205“ in eine Welt, überrannt von Untoten - ehrlich, habt ihr immer noch mehr erwartet?!??

„The Dead Next Door“ stand in Form der alten Astro-DVD gefühlt schon immer auf meiner Watchlist - und nun darf ich ihn dank einer Schenkung in meiner Sammlung begrüßen und konnte ihn endlich sehen. Sehr schön, besser spät als nie. Und das Warten hat sich gelohnt. Zumindest bei gedrosselten Erwartungen, die man direkt automatisch zurechtstutzt, wenn man Look und Budget des Zombie-Schmodderers erblickt. Billiger und fan-tastischer geht’s eigentlich kaum. Aber auch das kann ja seine Reize haben. Die Vorbilder sind unverkennbar, werden allerdings nie auch nur ansatzweise erreicht; die Darsteller sind wohl alles Kollegen und Kumpel des Machers gewesen; Sam Raimi muss leicht angetrunken gewesen sein, um da Kohle reinzustecken; die Splattermomente stehen voll im Saft und haben immer ein großes Augenzwinkern auf der modernden Backe - etwa wenn ein abgetrennter Zombiekopf einen Finger verspeist und dieser dann durch die Speiseröhre wieder das Licht der Welt erblickt. Zudem hat mir das humorvoll-nihilistische Ende richtig gut gefallen und die knackige Laufzeit strapaziert die Geduld sicher nicht über. Schwach sind natürlich neben den Laiendarstellern das Script samt Story und Dialogen, die konfuse Machart und der durchweg unfassbar cheape Look - nur irgendwie kann ich diesem Passionsprojekt das verzeihen. Raimi hoffentlich auch...

Fazit: amateurhaft und charmant, billig und bekloppt, wirr und planlos, trashig und splattrig, belanglos und bierselig - „The Dead Next Door“ ist ein Nachbar mit dem man (bei korrekt recht weit runtergeschraubten Erwartungen!) sehr gut leben kann. Für ein ausgedehntes Fanprojekt gar nichtmal übel. Für Zombiefans ein guter Guck. Nicht super lecker, ansehnlich, kreativ - aber sehr saftig! 

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