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Ein entstellter Unbekannter mordet sich nach auffälligem Schema durch die High Society Londons. Sein Motiv: Rache für seine Gemahlin, die bei einer OP verstarb. Alle an der Operation Beteiligten holt der Fluch des Dr. Phibes ein…

DAS SCHRECKENSKABINETT DES DR. PHIBES ist ein Klassiker des englischen Horrorfilms. Grusel-Ikone Vincent Price (DIE FLIEGE, HOUSE ON HAUNTED HILL, THE PIT AND THE PENDULUM) schlüpft hier in seine markanteste, populärste Rolle. Phibes, Doktor der Musikwissenschaften und der Theologie, lässt seine Opfer auf pfiffige Weise, nämlich nach dem Vorbild der Plagen des Alten Testaments, aus dem Leben scheiden. Zum Einsatz kommen Flughunde, Heuschrecken, Ratten, der Kopf einer Einhornstatue, Tod durch Vereisen und Blutabzapfen… In seiner Freizeit spielt Phibes gerne melodramatisch Orgel, was immer ein bisschen an Monty Python erinnert, oder schminkt sich sein fast skelettiertes Gesicht.
An die Fersen des Rächers heftet sich ein übertrieben trottelig dargestelltes Scotland Yard. O-Ton: „Ich meine, Ärzte sterben doch jeden Tag.“ Hier schimmert der etwas verquere britische Humor durch und die Stocksteifigkeit der Insulaner auf die Schippe genommen. Dem Scotland Yard behilflich ist der für die schiefgelaufene OP verantwortliche Dr. Vesalium, gespielt von Joseph Cotten (CITIZEN CANE, DER DRITTE MANN, LADY FRANKENSTEIN) – einst ein Star, heute in Vergessenheit geraten.

DR. PHIBES ist eine Weiterentwicklung der PHANTOM DER OPER-Thematik, aus der sich wiederum DARKMAN entwickelt hat. Trotz der ausgeklügelten Morde und der kultigen Titelfigur muss man diesem englischen Flair, das den Film durchdringt, doch wohlgesonnen sein. Ich für meinen Teil habe immer wieder Probleme damit und ziehe den thematisch sehr ähnlichen THEATER DES GRAUENS (auch Vincent Price, auch Rachethema) gerne vor.

Fazit:
Very British. DARKMAN im England der 1970er. Kult.

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