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U.S. Space Force Major Perry Rhodan (Lang Jeffries) und Captain Burley (Luis Dávila) fliegen mit 2 weiteren Astronauten zum Mond. Allerdings ist Gangsterboss Arkin (Pinkas Braun) über die geheime Mission informiert. Auf dem Erdtrabanten entdecken sie das gestrandete Schiff von menschenähnlichen, aber technisch weit überlegenen Außerirdischen…

Eigentlich auf 30, höchstens 50 Hefte angelegt, erscheinen die 1961 gestarteten wöchentlichen Abenteuer des berühmten Science Fiction Helden Perry Rhodan mittlerweile seit 52 Jahren und in über 2700 Heften (heute natürlich auch in E-Books und Hörbüchern). Bereits in den späten 60er Jahren soll der literarische Erfolg auf der Leinwand wiederholt werden, doch die billig produzierte europäische Co-Produktion kann die Erwartungen der Leserschaft nicht im geringsten erfüllen, Nicht-Leser dürften ein für alle mal von der Serie abgeschreckt sein. In primitiven Kulissen und mit billigen Tricks, die ein Jahr vor Kubricks „2001“ entstanden mehr als peinlich sind, wird aus der epochalen Handlung der ersten 3 Heftromane eine Räuberpistole, bei der der damalige Bösewicht vom Dienst Pinkas Braun („Der Bucklige von Soho“ 1966) nicht fehlen darf. Der Titelheld wird vom farblosen Lang Jeffries („Requiem für Django“ 1968) gespielt, ebenso wenig Charisma besitzt Luis Dávila („Der Mann, der kam um zu töten“ 1965), der Perrys besten Kumpel spielt, welcher hier seltsamer weise Burley und nicht Bully heißt. Überzeugen kann eigentlich nur Essy Persson („Das Rasthaus der grausamen Puppen“ 1967), nicht etwa wegen ihres bescheidenen Spiels, sondern weil sie der Original-Thora aus der Serie erfreulich ähnlich sieht. Diese hätte allerdings Sätze, wie „Wir wissen doch alle, dass Frauen in technischen Dingen unbegabt sind“ nicht ungestraft hingenommen. Der vielbeschworene Sense of Wonder kann sich weder beim Geschehen auf dem Mond, geschweige bei der folgenden Krimihandlung einstellen, wenn Weltraumaction durch Faustkämpfe ersetzt wird.
Der Moewig Verlag, der den Filmstart mit reichlich Werbung unterstützt, wird sich später bei den Lesern für das typische, billige 60er Jahre Trash Produkt entschuldigen. Man kann heute dem weltberühmten deutschen Science Fiction Helden nur eine angemessene Kino- oder TV-Umsetzung wünschen, nicht umsonst hat der Verlag 2011 ein modernisierte Version der Geschichte gestartet (PR Neo), in der das historische Zusammentreffen auf dem Mond 2036 und nicht 1971 stattfindet. (2,5/10)

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