Charlie Cox spielt einen Jüngling, der für seine große Liebe einen abgestürzten Stern aus einem unbekannten Reich holen will. Doch plötzlich entpuppt der Stern sich als eine Person, gespielt von Claire Danes, die Charlie schließlich mitnimmt. Was er nicht weiß ist, dass der Stern von der Hexe Michelle Pfeiffer gejagt wird, da sie durch das Herz von Danes ein ewiges Leben erlangen kann. Darüber hinaus sind die sieben Söhne des Königs hinter dem Stern her, da dieser dessen Nachfolge bestimmt.
Die Story ist solide. Die Handlung ist erst einmal gut, da sie viele Nebenhandlungen und viele verschiedene Charaktere aufweist, wodurch der Film unterhaltsamer gestaltet wird. Dennoch bleibt die Handlung die ganze Zeit überschaubar. Die Charaktere sind sehr märchenhaft gezeichnet, so gibt es einmal mehr die böse Hexe und den netten Jüngling etc. Bis auf ein paar kleinere logische Mängel ist die Story in sich schlüssig und bietet einige kleinere Überraschungen, wobei der Haupthandlungsstrang von Anfang an vorherzusehen ist. Durch diese Vorhersehbarkeit kann der Film leider überhaupt keine Spannung aufbauen. Die Dialoge sind meist lustig und der Erzählstil entspricht dem eines Märchens.
Der Film läuft ein wenig langsam an. Nach einem längeren, langweiligen Vorspann beginnt der Film dann endlich anzulaufen und kann sich im Mittelteil kontinuierlich steigern. Durch das schnelle Erzähltempo und die überaus amüsante Inszenierung kann der Film bestens unterhalten. Darüber hinaus gibt es einige innovative und lustige Ideen, die den Film sehr bereichern. Zum Ende hin versucht der Film dann Spannung aufzubauen, scheitert aber an seiner Vorhersehbarkeit und seiner, nicht einmal im Ansatz gespannten Atmosphäre. Alles in allem bietet "Der Sternwandere"r gute Unterhaltung.
Die Umsetzung gelingt Regisseur Matthew Vaughn hervorragend. Nachdem er bisher nur durch die Regie von "Layer Cake" in Erscheinung treten konnte, liefert der unerfahrene Vaughn mit diesem Film hervorragende Arbeit ab. Die einzelnen Wendungen lässt er so rasant ablaufen, dass der Film bestens unterhält und nicht zum Stillstand kommt. Die Filmmusik platziert er hervorragend und kann von melancholischen bis heiteren Klängen wirklich jede Musik zur richtigen Zeit einbringen. Die Atmosphäre ist die ganze Zeit über heiter und meist fröhlich, auch hier leistet er gute Arbeit. Die Kulisse bietet einige gute Landschaftsaufnahmen von Großbritannien und darüber hinaus einige interessante und bunte Schauplätze, die das Märchen stark bereichern. Die Effekte sind ganz nett und unterhaltsam, aber bei einem Budget von gerade einmal 70 Millionen Dollar kann der Film nicht mit seiner Konkurrenz mithalten.
Claire Danes spielt ihre Rolle gut. Sie kann als freundlicher und hilfloser "Stern" beeindrucken und wirkt sehr liebenswert. Brian Cox, der hier nach "Casanova" erst in seinem zweiten Film zu sehen ist, leistet überraschend gute Arbeit und ist ebenfalls sehr sympathisch. Michelle Pfeiffer merkt man nach langer Zeit mal wieder den Spaß am Spiel an. Sie kann als Hexe beeindrucken und geht mit viel Eigenironie ans Werk. Dasselbe gilt auch für Oscar-Preisträger Robert de Niro, der als tuntiger Pirat überaus amüsant ist und einen echten Höhepunkt des Films liefert. Auch die übrigen Nebendarsteller passen gut in ihre Rollen und leisten gute Arbeit.
Im Kino-Jahr 2007, in denen die Großprojekte "Der goldene Kompass", "Harry Potter und der Orden des Phönix" und "Fluch der Karibik 3" im Kino mit hervorragenden Effekte und dicken Budgets beeindrucken konnten, sticht gerade diese überraschend sympathische 70 Millionen Dollar Produktion heraus. "Der Sternwanderer" ist endlich noch einmal ein gelungenes Märchen, das auf innovative und amüsante Ideen, statt auf Hollywood-Effekte setzt und damit den besten Fantasy-Film des Kinojahres liefert. Im Gegensatz zu den anderen Fantasy-Projekten nimmt sich dieser Film selbst nicht so furchtbar ernst und kann einerseits durch gute alte Fantsasy-Elemente unterhalten, andererseits aber auch das Genre parodieren und der Konkurrenz eins auswischen.
Fazit:
"Der Sternwanderer" kehrt durch seine märchenhafte Handlung endlich einmal zu den Wurzeln des Fantasy-Genres zurück und beweist, dass man auch ohne eine düstere Atmosphäre oder hervorragende Effekte einen kommerziellen Erfolg verbuchen kann. Durch die geniale Umsetzung und die amüsanten Charaktere kann der Film bestens unterhalten. Darüber hinaus kann der Film durch hervorragende Darsteller glänzen und wirkt, da er sich selbst nicht zu ernst nimmt, sehr sympathisch. Alles in allem ein gelungener Film für Groß und Klein, der nach "Herr der Ringe" endlich wieder frischen Wind ins Fantasy-Genre bringt.