1988 schuf Umberto Lenzi einen kleinen netten Slasher mit einer ordentlichen Portion Trash. Liebhaber solcher Streifen sollten also aufhorchen. Allerdings wütet Lenzi nicht so sehr wie bei einigen anderen seiner Machwerke („Großangriff der Zombies“, „Lebendig Gefressen“).
Es ist Spring Break in Florida. Eine Zeit in der unzählige heiße Teenager knapp bekleidet durch die Bars und nackt über die Strände flitzten. Alles wäre also in Butter, wenn da nicht ein Irrer in Motorradkluft die Leutchen verbrutzeln würde. Verdächtig machen sich dabei der Cop Strycher, ein gewisser Reverend Bates und ein hingerichteter Biker Anführer mit Namen Diablo, der einst auf dem Stuhl bittere Rache schwor.
Der Film bietet angenehme und kurzweilige Horrortrash Unterhaltung. Dies allerdings unter Vorbehalt, denn Trashliebhaber sollte man schon auf seinem Herzen eintätowiert haben. Neben den gängigen Klischees werden auch durchaus gurkige Schauspieler präsentiert und auch der Plot wurde nicht so recht zu Ende gedacht. Neben den üblichen Logiklöchern fehlt es dem Film leider deutlich an Spannung, vor allem da man schon von Anfang an erahnt wer denn der Killer ist.
Die Produktion ist dabei angenehm ansprechend ausgefallen. Ohne allzu viel Firlefanz werden gute Schauplätze präsentiert, die eine authentische Stimmung vermitteln. Der Punk geht allerdings erst dann richtig ab, wenn der maskierte Killer auf einem Asimotorrad angeradelt kommt und die Leutchen auf dem heißen Ofen röstet. Da bleibt kein Auge trocken. Untermalt wird das Ganze von keinem geringeren als Claudio Simonetti, Mitglied der Band Goblin, der allerdings schon ein deutlich ruhigeres Händchen beim Komponieren hatte.
Ansonsten werden ordentlich die Klischees bedient. Strycher, gespielt von dem wie immer grandiosen John Saxon, mimt den fiesen Cop, der Pfarrer ist erzkonservativ, die Politiker korrupt und der Arzt versoffen. Die Teenies haben natürlich nur Ficken und Saufen im Kopp, von daher alles richtig gemacht.
Als Notiz am Rande sei erwähnt, dass der Goregrad auch in der ungeschnittenen Version recht moderat bleibt und nicht wirklich etwas Herausragendes für den Goreliebhaber auf Tasche hat.
Fazit: „Nightmare Beach“ hat mir einfach nur Spaß gemacht, kann aber zu keinem Zeitpunkt in den richtig guten Bereich vordringen. Trotzdem ist der Film für Fans von 80er Jahre Horrortrash zu empfehlen.