Ende der Achtziger war der Zug der Slasher kurzfristig abgefahren, nachdem bereits die klassischen Zombies weniger wurden. Da wollte auch einer wie Umberto Lenzi kein großes Risiko eingehen und formierte deshalb bei einem rasch abgedrehten Beitrag unter dem Pseudonym Harry Kirkpatrick, was ja ohnehin etwas besser zum Strandgeschehen in Florida passt. Typischer 80er Käse bleibt der Streifen aber dennoch.
Der Rocker Diabolo wird auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet und schwört kurz vor seinem Ableben blutige Rache. Als einige Zeit später Tausende von Jugendlichen zum traditionellen Spring Break aufkreuzen, scheint ein Motorrad-Killer sein Unwesen zu treiben. Skip und Gail ermitteln bei der örtlichen Rockerbande und stoßen beim hiesigen Polizeichef (John Saxon) auf einen weiteren Verdächtigen…
Immer wieder erschreckend, wie selbstverständlich die grauenvolle Mode von damals zur Schau getragen wird und die Anmachsprüche schon dort furchtbar abgedroschen waren („So muss es im Himmel sein…“ oder „Hallo, ich bin Rachel. Wollen wir spazieren gehen?“).
Skip punktet immerhin durch Enthaltsamkeit in Sachen Alkohol und Damenbekanntschaften, leidet noch unter dem Trauma eines wichtigen Abschlussspiels und geht freundlich mit Kellnerin Gail um, welche ihn kurzerhand bei den Ermittlungen begleitet, nicht zuletzt aufgrund des Mordes an ihrer Schwester.
Der Killer mit schwarzer Kluft und getöntem Helm schlägt indes recht früh zu und beweist ein Faible für Elektrizität und Feuer, da er auf seinem Bike einen elektrischen Stuhl eingebaut hat und seine Opfer ab und an mit elektrischen Kabeln verbindet, teilweise auch offen über dem Feuer grillt. Das Ratespiel um den Killer fällt zwar nicht allzu spannend aus, doch dafür kommt es zu einigen halbwegs spannenden Konfrontationen, wenn auch nicht zu derben Ableben, denn solche hatte Lenzi bereits in diversen Kannibalenfilmen eindrucksvoller inszeniert.
Leider werden viele Wischi-Waschi-Szenen eingebaut, welche zwar die Stimmung vom Spring Break transportieren, die Handlung jedoch überhaupt nicht vorantreiben. So gibt es eine Darbietung einer drittklassigen Rockband, einen Wet-T-Shirt-Contest, ein paar Saufgespräche und interne Querelen zwischen Bürgermeister, Chefarzt, Polizeichef und Priester. Etwas interessanter sind noch die Auftritte der Rocker, da deren Gewaltbereitschaft nicht zu unterschätzen ist und ein kollektives Overacting zum Schmunzeln anregt.
Unfreiwillige Komik hält das Ding letztlich auch am Laufen, denn als Slasher ist der Stoff zu austauschbar und nicht deftig genug, als Thriller zu selten spannend und für wahren Horror bemüht Lenzi zu wenige Stilelemente, die eventuell an den klassischen Giallo erinnern könnten.
Schlecht gespielt ist die Chose selbstverständlich auch und überdies fällt die Songauswahl der höhenlastigen Tracks nicht sonderlich positiv auf.
So erhält man im Gesamtbild einen handwerklich okayen Streifen, der auf komplett anspruchsloser Ebene so halbwegs funktioniert, - hängen bleiben wird hier jedoch auf Dauer rein gar nichts.
4,5 von 10