Nach den traumatisierenden Ereignissen schieben Carol Annes Eltern das Mädchen nach Chicago ab, wo es bei seiner Tante und deren Ehemann in einem Wolkenkratzer lebt. Aber natürlich wird die junge Dame auch dort bald wieder heimgesucht und der Albtraum beginnt erneut.
Schnell fällt die Anzahl an Spiegeln auf, die man in dem Komplex verbaut hat. Und das kommt nicht von ungefähr, werden diese doch ein gewisser Bestandteil des ganzen Szenarios. So spielt der von Gary Sherman inszenierte Grusler mit Reflexionen und bleibt überwiegend im Gebäude. Der Fokus auf das Hochhaus verdichtet die Erzählung natürlich, führt hier aber auch zu Wiederholungen.
Schon früh taucht wie im Vorgänger Reverend Kane auf, aufgrund von Julian Becks Ableben hier dargestellt von Nathan Davis. Nicht sonderlich einfallsreich und auch sonst ist diese zweite Fortsetzung nicht gerade mit einem gekonnten Aufbau gesegnet. Dabei hat der Streifen seine gruseligen Momente, aber es ist eher eine Abfolge von Ideen, die immer wieder eingestreut werden.
Der ganze Plot mit den Teenagern ist wenig interessant, mit zwei von ihnen passiert auch noch was, was den Film dann allerdings nicht mehr kümmert. In regelmäßigen Abständen sehen die Beteiligten Dinge im Spiegel, die so nicht sein können, was mit mit einem ungläubigen Blick hingenommen wird. Und irgendwann fährt das Teil nur noch im Geisterbahnmodus und hinter jeder Kurve wird einem was um die Ohren gehauen. Spannung kommt so nicht auf und wenn man für jedes „Carol Anne“ einen Schnaps kippt, hat man kurz nach der Halbzeit eine Leberzirrhose. So übersteht man aber immerhin die anstrengende Marcie und ein paar besessene Autos. Oder die mediokren darstellerischen Leistungen. Oder dass die Ideen mit den Spiegeln erst noch gelungen, in der x-ten Wiederholung aber ausgelutscht wirken. Oder dass die Handlungen und Beziehungen der Figuren zueinander erzählerisch kaum durchdacht wirken.
„Do your stuff.“
Die zweite Fortsetzung bedient sich aus Versatzstücken beider Vorgänger und mischt das zu einem wenig aufregenden Schlusspunkt der Trilogie. Der unrunde Gesamteindruck rührt sicherlich auch von Kürzungen und Nachdrehs her. Das Ergebnis ist eine holprige Fahrt in einer Geisterbahn, bei der man sich nach dem Aussteigen fragt, ob die dritte Runde wirklich nötig war.