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Nach einem Schlaganfall fällt die junge Yasmin Wessinger (Romy Glasel) in ein Koma und wird in eine Klinik eingeliefert. Der behandelnde Arzt Dr.Ivory (Günther Brandl) kann Yasmins Ehemann Marcus (Helmut Brandl) letztlich auch nicht mehr viel Hoffnung machen, dass seine Frau je wieder aus ihrem Zustand erwachen wird. Marcus und Yasmins Schwester (Monika Brandl) stehen einer Situation gegenüber, in der Hoffnung auf eine Besserung von Tag zu Tag schwindet. Erinnerungen an die gemeinsame Vergangenheit geben Marcus Kraft bei dem Kampf um seine Frau, den er trotz allem so schnell nicht aufzugeben bereit ist.

ACHTUNG! Der folgende Text enthält Spoiler! Wer den Film noch nicht kennt, ihn aber noch sehen möchte, sollte jetzt nicht weiter lesen!

In regelmäßigen Rückblenden werden Teile der Lebensgeschichte von Yasmin und Marcus erzählt. So erfährt man, wie sie sich kennen gelernt und schließlich geheiratet haben.
Rührend wird dargestellt, wie Marcus um seine Yasmin kämpft. Nachdem ihm Dr.Ivory erklärt, dass Koma-Patienten noch immer an der Außenwelt teilhaben, riechen, hören und fühlen können nimmt Marcus kurzerhand sämtliche Gegenstände von zu Hause mit, die für Yasmin eine Bedeutung hatten und versucht sie so aus ihrem Zustand heraus zu holen.

Dass die Werke der engagierten Jungfilmer um Brandl-Pictures sehr vielschichtig und abwechslungsreich sind, zeigt schon die überaus beachtliche Filmografie, die von Komödie über Fantasy, Science-Fiction nach Horror, Thriller und, in diesem Falle, Drama reicht.
Ich finde es sehr mutig, dass man sich als Amateurfilmteam einem solch ernsten und anspruchsvollen Thema widmet. Zudem hat man versucht, die ganze Sache doch recht tiefgründig aufzuarbeiten, anstatt nur an der Oberfläche des Schicksalsschlages des Verlusts zu kratzen. Der Film kommt fast gänzlich ohne nennenswerte Höhepunkte oder gar Rasanz aus. Im Gegenteil: Gefühlvoll, zurückhaltend und vorsichtig wird der Kampf von Marcus um seine Frau geschildert, indem die Bilder der scheinbar harmonischen gemeinsamen Vergangenheit ihm genau wie den hilfreichen Gesprächen mit Yasmins Schwester Mut geben, die Situation zu meistern. Leider bleibt aber das Klischeehafte auch nicht aus, nämlich wenn Yasmin zum ende des Filmes doch wieder aus ihrem Koma in Gegenwart ihres Mannes erwacht um nur wenige Augenblicke später zu versterben.
Der störendste Punkt jedoch ist aber, trotz der ernsten Thematik, eine leider gehörige Portion unfreiwilliger Komik, die angesichts der Story natürlich total fehl am Platz ist. Denn obwohl laut Abspann genügend Leute am Film mitgewirkt haben, hat man die handvoll  Darsteller einfach mit neuen Outfits bestückt und Doppelrollen verpasst um sie erneut vor der Kamera agieren zu lassen. Wie bei Günther Brandl der Fall, der zum einen den behandelnden Arzt Dr.Ivory verkörpert, dann plötzlich als Kneipengast (mit schlecht sitzender 80er-Jahre Perücke) auftaucht um einen Dialog mit Marcus zu führen. Das wirkt leider extremst trashig und ist in diesem Film hier absolut unpassend. Aber jetzt genug der Tadel. Was ich an dieser Stelle besonders loben möchte, ist der passende und sehr gut komponierte Soundtrack für den sich Amateurfilmer Lars Kelich (Regie:„Das Moor der Wiederkehrer“, „Der Fluch der Träume“, u.a.) verantwortlich zeichnet.

Fazit:
ONE`S LAST SLEEP ist ein größtenteils gelungenes und gefühlvolles Amateurfilm-Drama, das sich wirklich sehen lassen kann, jedoch an einigen Stellen aufgrund unfreiwilliger Komik an Ernsthaftigkeit verliert. Trotzdem: Ein mutiger Schritt in eine, für den deutschen Amateurfilm, doch eher ungewöhnliche Richtung.

Wertung: 7 von 10 Punkten

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