Auweia! Was Bruno Mattei hier zusammengeschustert hat, ist wirklich ein Trauerspiel.
Während reihenweise Politiker*innen wegen Plagiaten zurücktreten müssen, gehörten diese in den ausgehenden Siebzigern und zunehmend in den Achtzigern zum guten Ton des italienischen Kinos. Dabei entstanden teils ganz unterhaltsame Genrefilme, teils absoluter Vollschrott, dem man bestenfalls noch den ein oder anderen Mitleidslacher zugestehen kann.
„Roboman" von 1988 gehört definitiv in die zweite Kategorie. Grob wird „Predator" in seinen Elementen aufgegriffen und scheibchenweise wiedergegeben, bis hin zum Kopieren ganzer Szenen und Figurentypen. Was dabei aber wirklich dauerhaft nervt, ist das Versagen der Schauspieler und der Regie, so dass nahezu alles, was als Highlight konzipiert wurde, einfach nur erbärmlich anmutet.
Hey, du da! Suchst du Arbeit? Vor oder hinter der Kamera?
Reb Brown hat eine Ausstrahlung wie ein Klumpen Kautschuk und trägt den Film wirklich zu keiner Sekunde. Da, wo seine Physis eventuell den ein oder anderen Ehrenpunkt hätte machen können, wird er von Regie, Kamera und Schnitt schändlich im Stich gelassen. Die anderen Schauspieler sind tatsächlich Schauspieler. Das zeigen sie im Film zwar nicht, aber ich habe einmal recherchiert und habe festgestellt, dass sie auch in anderen Filmen oder Serien Arbeit bekommen haben. Ob sie auch dort so dilettierten, weiß ich nicht zu sagen, aber bei Mattei kann es auch sein, dass sie andernorts zu mehr fähig gewesen sind.
All diese Kritik wäre aber immer noch zu verzeihen, wenn man bereit ist, sich auf Trash einzulassen, aber der Regisseur begeht dann noch die Kardinalssünde schlechthin: Er verwehrt seinem Film jede Dynamik und fügt alles nur so beliebig zusammen, dass die einzelnen zusammengeklauten Episoden vollkommen belanglos wirken. Auch die jeweiligen Szenen sind in sich eine Zurschaustellung des Versagens Matteis und während man hier und da noch wegen eines unfreiwilligen Lachers ein Auge zudrücken möchte, nutzt sich dieser Effekt zunehmend ab und man sehnt sich nach dem Ende dieses hanebüchenen Schwachsinns. Spätestens ab der Flussüberquerung verliert man die Geduld mit dem Nonsens.
Alles hat seine lichten Momente - Fast alles...
Ist denn aller Malz und Hopfen verloren? Nein, nicht so ganz. Wie gesagt gibt es den ein oder anderen unfreiwilligen Lacher durch die inkompetente Machart. Ein Oneliner von Reb Brown und der angedeutete Tod eines Chuck-Norris-Verschnitts fallen mir dabei ein. Letzterer erinnerte mich sehr an die Koksnase aus „Stirb langsam".
Auch eine Schießerei irgendwo in der Mitte des Films erfüllt in ihre Plumpheit jedes Klischee des Hau-Ruck-Films, wenn die bösen Schergen bereitwillig umfallen, während unser Heldenteam vollkommen besinnungslos seine Maschinenpistolen von links nach rechts schwenkt.
Der Raum mit den toten Kindern vergreift sich dann rein faktisch und vollkommen unmotiviert im Ton, kontert dies aber wieder mit einem Lacher, wenn die einzige Frau im Film den Schlamassel sieht und tatsächlich ruft „Neiiiin! Wiesoooooo?" Hier kann man aber wohl auch eine Teilschuld bei der erwartet miesen Synchronisation suchen.
Ganz putzig fand ich die anfängliche Bootsfahrt mit den drei Fenstern, hinter denen drei Figuren wie in einem Schaukasten standen. Bereits hier fällt auf, dass es Mattei wohl nie geschafft hat, seinen Darstellern klarzumachen, dass sie auch im Bild sind, wenn sie gerade nichts sagen.
Ach ja: Der Kampfroboter ist in seiner Unbeweglichkeit fast schon wieder niedlich. Zudem ist er überraschend redselig, wenngleich er nur für sich monologisiert. „Robocop" einbauen zu wollen war eine klare Fehlentscheidung und ein Jäger mit Latexmaske hätte womöglich eine größere Bedrohung ausgestrahlt als der steife Kunststoffkamerad.
Und auf die Gore-Effekte war man ganz offensichtlich stolz. So werden sie in taktisch klugen Zeitabständen immer mal wieder eingebaut.
FAZIT
„Roboman" ist ein billiger und liebloser Film und zeigt eine Gruppe Männer und eine Frau, die Ewigkeiten durch den Dschungel laufen, was lediglich durch zusammengeklaute und schlecht inszenierte Actionszenen unterbrochen wird. Zwar gibt es einige Lacher, aber auch die täuschen nicht darüber hinweg, dass Bruno Mattei zur untersten Kategorie seines Fachs gehört. Der Dilettantismus bewegt sich teilweise schon auf Amateurniveau.