Sie wissen es vielleicht nicht, aber die gerne aus dem Zauberforst der Krassheiten herbeizitierte Waldfee Hollah hat eine ältere Schwester, die aus gutem Grund zwischen Einwohnern und Guerillias verborgen als Aussteigerin im vietnamesischen Dschungel wohnt: Die Legende besagt, dass die bucklige Verwandschaft unserer buntbeflügelten Krawallbiene dir nach der verdienten Dresche noch ins Zwerchfell tritt, bevor sie dir die Kehle durchbeißt und dich dein eigenes Blut lachend am Boden zurück und der liebevollen Obhut der Maden überlässt, statt dich wie Schwesterine Hollah wieder auf die Beine zu ziehen und mit einem Arschtritt nach Hause so schicken. Jepp: Die Alte ist krassscorefuckomat in einem Ausmaß, dass mit einer Rückführung in die Gesellschaft nicht vereinbar ist. Es sei denn, man plant die Ausrottung von Sitte und Anstand mit der Durchschlagskraft der Atombombe - ohne die lästige Strahlung, die einem danach übel genommen werden könnte.
1988, nach mutmaßlichen Unmengen Whsikey und Grappa, machten sich Bruno Mattei und Reb Brown an das Ausfüllen der Adoptionspapiere und scheuchten das aufgenommene und von den Eltern "Robocop" und "Predator" verstoßéne Rotzgör "Roboman" durch die wenigen Kinos und Videotheken, die nicht schnell genug "nein!" gebrüllt haben. Über die Umwege Christian Keßlers, der den Filmin einem seiner Trashfilmbücher lobpreiste wie Nektar und Ambrosia aus dem Tetrapack kam der Film dann später auch zu mir. Fazit vorweg: mir brennt nach der Abreibung immer noch der Arsch. Aber das war es wert.
Was also steckt hinter dem Film mit dem Cyborg im Motorrad - Lederdress und warum fliegen neben Völkermord und Guerillia - Massenhinrichtungen so viele Brandleichen und Metallklauen durch das laserverblitzte Bild? Jepp, Recycling ist Schuld. Zwar auch wahnsinnige Wissenschaftler und die US - Armee, aber auch die Wiederverwertung allen und jeden Schmarrens hat dieses Gemetzel hier verursacht. Jene unselige Mischung trägt die Verantwortung für die Entstehung des Cyborgs "Omega 1", dem amoklaufenden Soldaten - / Toasterhybriden mit defektem Dalek - Sprachmodul und internem Waffenarsenal. Der ist den Amis abhanden gekommen und soll nun mit Hilfe der Söldnereinheit "P.A.M." ("Perfektes Arbeitsmaterial") und Kuschelkriegern mit kernigen Namen wie Marphy, Blood und Papa Doc wieder zurück in falsche Hände... verzeihung, den liebevollen Schoße von Vater Staat überführt werden.
Die P.A.M. - Bubis stellen beim Landgang mit Chefingenieur Mascher ("Mäscher" ausgesprochen, wie in "Drehmäscher") sehr bald fest, dass sie trotz der geballten Starpower von Reb Brown, Romano Puppo und Massimo Vanni keine Schnitte gegen den Amok - Thermomix haben, der sich als wesentlich zäher als die nebenbei hingeschnetzelten Dschungelrevoluzzer erweist und letztlich muss Marphy... pardon, MURPHY!!!!! den Karren wieder aus dem Dreck ziehen.
Und das, liebe Mitverstörte, ist der Grund, warum ausgewachsene Männer verzweifelt versuchen, in knietiefen Flüssen nach verschollenen Kameraden suchen und mit der Flinte im Anschlag zu knarzigem Billig - Heavy Metal durch die Gräser des Umlandes schleichen. Wieder einmal steht hier für mich die Frage im Raum, warum man hier nicht ein letztes Mal ;Mattei ins deutsche Kino brachte statt den Film auf dem VHS - Strich der hinteren Videothekenregale zu verhuren (im niederländischen fast akkurat, meint "verhuuren" doch vermieten). Ich hatte einen Mordsspaß an diesem...Mordsspaß!? Ja, anders lässt es sich dann doch nicht ausdrücken: Der Film ist die VHS - Definition des Spruches "Stumpf ist Trumpf!" und aus meinem Fundus nicht mehr wegzudenken. Vor allem das Trio Brown / Puppo / Vanni war für mich hier das Verkaufsargument schlechthin, vor alle, da mir Vanni und Puppo noch aus anderen Italo - Klassikern bekannt sind und ich mich jedes Mal freue wie ein Schneekönig, wenn auch nur einer von beiden am Start st. Und Reb Brown? Der ist als "Yor" doch ohnehin bereits 1983 in die edlen Reihen der Ehrenitaliener aufgestiegen.
Ein weiterer geschätzter B - Promi, der hier mitgewirkt hat ist der Produzent, Musiker und Darsteller Al Festa, der nicht nur zur Vertonung von herrlichen Gurken wie "Zombie 4" beigetragen hat, sondern auch hier das Griffbrett malträtiert und mit dem Schrottgiallo "Fatal Frames" 1996 dem sterbenden Genre bis zu Argentos Rückbesinnung auf alte Tage die Grabschaufel überzog. Darüber hinaus haben wir mit dem Duo aus Claudio Fragasso und Ehegattin Rosella Drudi zwei Wiederho(h)lungstäterInnen aus dem Matteiverse zu Gast an der Schreibmaschine und damit einen weiteren Garanten für Vergnügungen besonderer Ausprägungen.
Alles in allem eine runde Sache mit Ecken und Kanten oder so und eine filmische Erfahrung, die man sich selbst mit einer gemischten Tüte aus Haschisch, Bauschaum und Asbest nicht besser anrauchen könnte. Ich habe mich von diesem Film bereits einige Male lustvoll stöhnend über das Knie legen lassen und wäre glatt für eine Langzeitbeziehung mit Marphy und co. zuhaben, wenn der Abspann und die nicht vorhandene Fortsetzung mir nicht immer einen Strich durch die Rechnung machen würden. In meinem Kopfkanon hat der Film es mittlerweile mindestens auf eine Trilogie gebracht, die den Wunderwerken wahnsinniger Wissenschaftler vielleicht mal irgendwann wahr werden. Bis dahin wird die Scheibe noch einige Male vom zarten Laser meines Players geküsst meine Freizeit versüßen und ich fordere jeden Matteijünger auf, es mir gleich zu tun.