Irgendwo in den Wäldern des kalifornischen Hinterlands geht ein außerirdisches Wesen um, das die Gegend rund um einen idyllischen See zu seinem persönlichen Jagdrevier erklärt hat und seiner Beute mittels zahn- und tentakelbewehrter Frisbee-Quallen das Blut abzapft (don’t ask!). Eine Gruppe von College-Studenten auf einem Camping-Trip ignoriert die gut gemeinte Warnung des spleenigen Tankstellen-Betreibers Joe Taylor, das Gebiet zu ihrer eigenen Sicherheit lieber zu meiden, und wird kurz nach ihrer Ankunft ebenfalls von dem Alien aufgerieben. Auf ihrer Flucht vor dem Ungeheuer geraten die Überlebenden Greg und Sandy zu allem Überfluss auch noch an den ehemaligen Army-Sergeant Fred Dobbs, der die Kids aufgrund einer ausgeprägten Paranoia doch glatt für die Vorhut einer anstehenden Alien-Invasion hält. Die letzte Chance der Teenager ist Hobby-Jäger Taylor, der prompt zu Flinte greift und sich Dobbs und dem Außerirdischen entgegenstellt… Dieser unaufwendige, kleine Streifen ist als zu Beginn der gerade aufkeimenden Teenager-in-Angst-Welle entstander Rückgriff auf die Science-Fiction- und Monster-Movie-Stoffe der 50er Jahre ein echtes Kuriosum und könnte beinahe schon als bewusstes Kontrast-Programm zu der Flut von immergleichen Schlitzerfilmen durchgehen, die sich damals so in die Kinos ergossen hat… wenn da nur die Inszenierung nicht wäre, die sich mit ihren vielen PoV-Shots und dem ausgedehnten Gestalke im Backwoods-Setting haarklein an den Mechanismen und Funktionsweisen aktueller Slasher-Pics orientiert. Würde man den Außerirdischen auf der Pirsch durch einen herkömmlichen maskierten Psychopathen oder einen durch Inzest degenerierten Hinterwäldler ersetzen, gäbe es wirklich nichts, was „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“ irgendwie von einem x-beliebigen „Freitag der 13.“-Nachzieher unterscheiden würde. Dem aufmerksamen Betrachter entgeht zudem keinesfalls, dass die Chose zu einem gewissen Grad die thematisch reizvolle Grundidee des Arnold Schwarzenegger-Vehikels „Predator“ vorwegnimmt, diese budgetbedingt jedoch nicht mit einem vergleichbaren Maß an Action und Spezial-Effekten ausformuliert. Statt eines knallharten Söldner-Trupps im Urwald watet da eben das übliche Teenager-Kanonenfutter durch den Hain. Da wird kaum Materialaufwand betrieben und auch die pyrotechnischen Schauwerte beschränken sich nur auf eine einzige, unspektakuläre Explosion zum Finale. So darf man sich dann aber durchaus an einer Art minderbemittelten Light-Variante von John McTiernans Klassiker erfreuen, die so etwas wie prophetischen Charakter durch den Umstand erhält, dass Kevin Peter Hall auch hier den außerirdischen Jäger mimt und somit schon mal ein wenig für seinen späteren Auftritt als „Predator“ üben konnte. Nun ja, in den Händen des allseits Trash-bereiten Greydon Clark ist diese dünne Alien-Plotte schon ganz richtig aufgehoben. Nach technischen Gesichtspunkten gar nicht mal sooo schlecht gemacht, kann „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“ sogar atmosphärisch einigermaßen Kapital aus der guten Fotografie von Dean Cundey schlagen, der das Optimum aus den schön anzusehenden Feld-Wald-und-Wiesen-Drehorten herausholt. Der Film scheitert stattdessen eher an seiner inhaltlichen Dürftigkeit und wird darüber hinaus auch noch von ein paar kruden Drehbuch-Einfällen, dem läppischen Overacting, sowie einigen leicht zu durchschauenden F/X-Sequenzen runter gezogen. Die an deutlich sichtbaren Fäden durch die Gegend wirbelnden Killer-Minipizzas hätte jedenfalls auch Ed Wood höchstpersönlich nicht liebevoller hinbekommen, und das pünktlich zum explosiven Finale so richtig stolz präsentierte Alien-Kostüm, das mit seinem fetten Eierkopf auch in einer alten Episode von „Raumschiff Enterprise“ nicht fehl am Platz wirken würde, ist nun auch nicht gerade State of the Art. Für Fans reinen Genre-Mülls ist „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“ also ein sicherer Tipp und weist darüber hinaus noch einen hohen Fremdschäm-Faktor auf. Wer gerne bekannte Schauspiel-Veteranen auf dem Karriere-Tiefstpunkt begafft, kann sich hier nämlich prima über Jack Palance und Martin Landau beim hemmungslosen rumchargieren beömmeln. Angesichts so eines Schund-Streifens gönnt man den beiden doch glatt die späteren Comebacks inklusive abgestaubten Oscars.
4/10