Review

Völlig untergegangenes Buddy-Movie, produziert von Gale Anne Hurd. Ein wenig zu Recht, denn in knappen 92 Minuten kann man sich nur intensiv um die Hauptfiguren kümmern, wenn dies auf Kosten der Story und der Action geht. "Downtown" will zuviel und erreicht dadurch nur ein Minimum. Schlecht ist diese Actionkomödie nicht, noch ein typisches Kind der 80er Jahre, aber man lässt den beiden Hauptcharakteren zuviel Platz und die eigentliche Story kommt nicht voran. Desweiteren taugt Anthony Edwards (Friedhof der Kuscheltiere 2, Emergency Room) nur bedingt als Cop. Er gibt den humorvollen Teil des Duos wieder, wobei er es manchmal mit seinem Gesabbel ein wenig übertreibt. Da gefällt Forest Whitaker als wortkarger und altmodischer Polizist wesentlich besser. Und überhaupt kann sich die restliche Besetzung sehen lassen, bestehend aus Penelope Ann Miller, Joe Pantoliano als eiskalter Berufskiller, David Clennon als Oberfiesling, sowie Wanda De Jesus in einer Nebenrolle.
Der frischgebackene Polizist Alex Kearney (Anthony Edwards) wird nach Downtown strafversetzt. Dort erlebt er eine völlig andere Welt und wird von seinen neuen Kollegen anfänglich nicht akzeptiert. Kurz darauf wird Kearneys ehemaliger Partner Henry Coleman (Art Evans) ermordet. Zusammen mit seinem neuen Partner Dennis Curren (Forest Withaker) will er den Mord aufklären. Das Duo kommt einer Bande von Autoschiebern auf die Spur, in die auch der Ehrenbürger Jerome Sweet (David Clennon) involviert ist. Bald stehen Kearney und Curren auf der Abschussliste.

Die eigentliche Story um die Autoschieber lässt Regisseur Richard Benjamin (Little Nikita, Taschengeld) völlig links liegen. Im Stile von "Lethal Weapon" versucht er sich intensiv um die beiden ungleichen Charaktere zu kümmern. Dies sorgt zwar für viel Humor und bringt gleichzeitig ein wenig Dramatik mit ein (wenn Curren über den Tod seines ersten Partners redet), jedoch bringt das den Plot nicht voran. Die Bösewichte stehen von Anfang an fest und natürlich ist auch wieder ein Polizist in die Sache mit eingebunden. Wendungen sind daher Fehlanzeige und zeitweise fehlt auch noch das Tempo. Immerhin liefern sich Kearney und Curren einige Kabbeleien und überhaupt ist Kearneys Wechsel nach Downtown gut gelungen. Gleich am ersten Tag wird er fast erschossen, sein Auto wird auseinandergeschraubt und die Kleidung beim ersten Einsatz zerrissen. Auf dem Revier gibt es keine Computer und sein Vorgesetzter ist ein unfreundlicher Schreihals, der gegen Ende natürlich sympatisch ist. Kearney muss sich mit einer völlig anderen Umgebung auseinandersetzen und tritt dabei in einige Fettnäpfchen. Doch Curren, seine neue Kollegen und auch der Chief, merken bald, dass Kearney einiges drauf hat.
Leider darf das Duo die Autoschieberbande nicht zusammen hochnehmen. In der letzten halben Stunde kümmert man sich um den eigentlichen Fall, Curren wird dabei verletzt und Kearney steht bald allein da. An Action fehlt es leider vorne und hinten. So bleibt ein kleiner Shootout im Polizeirevier, die nicht vorschirftsmäßige Verhörung von Informanten, eine Klopperei zwischen Curren und Kearney, nebst dem gelungenen Showdown, der nicht nur eine Schießerei, sondern auch eine Autoverfolgungsjagd bietet, die in einem Polizeirevier endet. Alles recht ordentlich inszeniert, aber nie ausartend. Zu einem Buddymovie gehört nun mal eine ordentliche Portion Action, hier scheitert "Downtown".

Trotzdem macht der Film Laune, auch wenn der Plot gängig ist und die Inszenierung öfters mehr Tempo vertragen könnte. Der Großteil des Humors funktioniert und die Darsteller hatten sichtlich ihren Spass. Action ist Mangelware, langweilig wird "Downtown" trotzdem nie. Der Film müsste nicht nur eine halbe Stunde länger sein, um sich richtig zu entfalten, sondern bräuchte auch mehr Action.

Details
Ähnliche Filme