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"Three Kings" ist einer der Filme, der durch seine eigene PR-Kampagne zerstört wurde (das selbe ist auch "Fight Club" passiert). Die Werbetexte, Inhaltsbeschreibungen und Trailer deuten alle auf einen reine Action-komödie hin, die eher zufällig im Golfkrieg spielt. Dadurch geht man als Zuschauer, der sich mal einen gemütlichen Popcorn-Film Abend (mit dazugehörigen Gehirn-ausschalten) gönnen will, völlig falsch an den Film ran und wird letztenendes ziemlich enttäuscht werden. Denn in Wahrheit ist "Three Kings" eine knallharte Satire auf den Golfkrieg, die sehr antiamerikanisch eingestellt ist.
Die Amerikaner werden hier nicht wie Soldaten, sondern wie naive Touristen dargestellt, die eben mal ihren Spaß haben und vielleicht daneben noch ein paar Dollars verdienen wollen, aber den Ernst der Sache überhaupt nicht wahrnehmen. So wirken sie teilweise wie echte Witzfiguren. Anders verhält es sich dagegen mit der Zivilbevölkerung, dem Feind und dem Wiederstand: Sie wissen, dass es um ihr Leben, ihre Freiheit geht und kämpfen darum. Die Hilfe, die sie dabei von den USA erwarten, bekommen sie nicht, was für sie völlig unverständlich ist.
Die Story mit dem Gold, was die vier Soldaten klauen wollen, hat eigentlich nur im ersten Drittel des Filmes größere Bedeutung, danach geht es nur noch darum, heil aus dem Chaos wieder herauszukommen.
Die Schauspieler der amerikanischen Soldaten sind dabei sehr gut gewählt und verkörpern glaubhaft (und natürlich etwas überzogen) den Durschnittsamerikaner. Erst wenn es die ersten Toten gibt verlieren sie ihre Naivität und begreifen den wahren Schrecken des Krieges.
Auch die Darsteller des "Feindes", der Zivilisten und des Wiederstandes sind wirklich exklusiv und absolut überzeugend.
Ein sehr großes Lob verdient auch noch die Regie: Durch das verwenden ungewöhnlicher Kameraperspektiven, dem entziehen vieler Farben und einiger sehr inovativen Ideen wird der Film zum cineastischen Kunstwerk.
Action gibt es relativ selten, dabei wirkt sie nie aufgesetzt sondern nur als Mittel zum Zweck (und nicht als Zweck). Viel mehr sind die vielen Dialogszenen zwischen den Darstellern interessant, die den Golfkrieg und die Mentalität der einzelnen Länder durchleuchten.
Also, insgesamt ein sehr untypischer und anspruchsvoller Film, der sich am ehsten noch mit "Full Metal Jacket" oder "America Beauty" vergleichen lässt und zu unrecht in der Masse des Hollywood Schrottes unterging. Eine echte Perle!
10/10

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