Kaum zu glauben, aber Hollywood kann tatsächlich noch hintergründige Kriegsaction mit Satirecharakter produzieren, ohne dass Propagandamist den Film versaut. So geschehen bei „Three Kings“, der mit Beendung des Golfkriegs einsetzt und in dem sich vier amerikanische Soldaten auf den Weg machen, einen Goldschatz Saddams zu plündern, dessen Aufenthaltsort auf einer Karte verzeichnet ist.
„Three Kings“ fängt perfekt die Stimmungslage der US-Soldaten nach dem Golfkrieg ein: Auf die Befreiung Kuwaits von den Irakern folgen feuchtfröhliche Partys, in Wahrheit jedoch ist die Mission längst nicht beendet, denn zahlreiche Guerillatruppen wollen Saddam stürzen, die Kämpfe gehen weiter. In der Bevölkerung macht sich langsam Unmut über das Vorgehen der USA breit, welche den Krieg nach Meinung der Einheimischen nur aufgrund der Ölindustrie begonnen haben und nicht, um den Kuwaitis zu helfen. Solche Vorwürfe, die ja auch in der Öffentlichkeit laut wurden, kehrt David O. Russell nicht unter den Tisch, sondern spricht sie gleich an mehreren Stellen an, was durchaus ein kritisches Licht auf sein Heimatland wirft.
Visuell ist das eine ganz besondere Erfahrung, man merkt sofort, dass Russell eigentlich Regisseur für Werbefilme ist. Abgefahrene Kamerafahrten, eine grelle Optik sowie verrückte Einfälle (Kuh, durchschossene Organe...) sorgen dafür, dass „Three Kings“ einen außergewöhnlichen Charakter erhält, der das Kriegsgeschehen manchmal ad absurdum führt.
Man muss schon Freund von abgefahrenen Satiren sein, um das zu mögen, denn „Three Kings“ ist nicht der Film, den man erwartet hat und stellt an den Zuschauer den Anspruch, mit den minutiösen Wechseln von Komik und Tragik zurecht zu kommen. Das ist nicht immer einfach, aber erfrischend anders und in Zeiten des zweiten Golfkriegs auch noch erschreckend aktuell.