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Seit 15 Jahren spielen sie Abend für Abend in den Grand-Hotels, Casinos und Nachtcafés dieser Welt. In jüngster Zeit kriselt es gehörig bei den "Fabelhaften Baker Boys". Die ungleichen Brüder Frank und Jack Baker kommen einfach nicht mehr an. Zu müde die Witze, zu angestaubt das Programm. Da hat Frank, der alte Besserwisser, mal wieder den rettenden Einfall: Gesucht wird eine Sängerin, die frischen Wind in die Show bringen soll. Doch mit der atemberaubenden Susie Diamond kommt ein wahrer Wirbelsturm, der bald sein erstes Opfer fordert - Jack, den coolen Herzensbrecher.

Ja, wenn man 15 Jahre lang dasselbe macht, dann kehrt irgendwann die Monotonie ein. Das müssen auch die Fabulous Baker Boys anerkennen, die inzwischen längst nicht mehr ganz so fabulous sind. Um den endgültigen Karriereknick abzuwenden casten die beiden Barpianisten die sexy Michelle Pfeiffer (die dann auch ihre Songs selber singt, Respekt), aber wie es immer so ist, eine Männer/Brüderfreundschaft ist lediglich so gut bis man sieht was passiert, wenn sich eine Frau dazwischendrängt.
Das bedächtig erzählte Freunschafts- bzw. Liebesdrama hat zwar seine tollen Szenen und gelegentlich aufblitzenden Humor, nur verstehe ich wieder mal nicht, warum man die Geschichte gleich für vier Oscars nominieren mußte. Gut, Michael Ballhaus hätte ihn vielleicht verdient für den wirklich tollen 360 Grad schwenk um die auf dem Piano singende Susie, die Einstellung kennt ja fast jeder, aber sonst ist es doch eher eine einfache Geschichte. Ich muß mich wohl doch damit abfinden ein Kulturbanause zu sein.
Im Grunde haben wir doch eine typische Dreiecksbeziehung mit allerlei künstlerischen, finanziellen und freundschaftlichen Segmenten. Frank der pragmatische Konservative, Jack der verspielt talentierte Romantiker und als Zündmittel der schwelenden Unstimmigkeiten die hübsche Susie.
Darstellerisch ist da auch alles im grünen Bereich. Beau und Jeff Bridges sind passenderweise ja auch außerhalb Brüder und auf Michelle Pfeiffer kann man sich sowieso verlassen (ok, über Catwoman kann man vielleicht streiten). Auch das man nicht mit aller Gewalt ein Happy End, sondern quasi nur die Aussicht darauf, durchgezogen hat, fand ich sehr positiv, aber wirklich vom Hocker gehauen haben mit die Backstreet Boys, äh, Baker Boys nun auch nicht gerade.
6/10

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