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Ein ruhiges und emotionales Drama über das Verhältnis zweier seit Jahren herumtingelnder Pianistenbrüder, deren Probleme bisher stets unausgesprochen waren. Als sie wegen Erfolglosigkeit eine Sängerin engagieren, fungiert die plötzlich als Katalysator für die schwelenden Konflikte.

„Die fabelhaften Baker Boys“ ist ein Personendrama mit wenig wirklicher Handlung, sehr ruhig und entspannt wirken mehr die Bilder, als daß die Handlung sich durch Aktion auszeichnet. Selbst die aufkeimenden Konflikte werden nur unvollständig verbalisiert und man muß als Zuschauer sehr in den Charakteren herumrätseln, was sie treibt und was sie bewegt.

Der Fokus liegt auf Jeff Bridges, dessen Jazz-Ambitionen stets unter die Decke gekehrt wurden und der sich erst nach vielen Widrigkeiten klar wird, daß er was anderes will, als den Status Quo. Was das ist, erspart sich der Film. Im Gegensatz dazu ist Real-Live-Bruder Beau Bridges‘ Position als Familienvater dazu überklar und so wird der Part leider heruntergespielt.
Michelle Pfeiffer als erotischer Katalysator bringt zwar die Dinge in Gang, doch dafür erschließt sich der Charakter nicht, findet keine Bindung, verschwindet sogar wieder in der Handlung und wird auch nicht für ein Happy End bereitgestellt.

Immerhin sind die Figuren sehr glaubwürdig und das rettet dieses schwermütige Drama vor der totalen Monotonie. Man muß aber schon sehr relaxed sein, um nicht ungeduldig zu werden. Die erotische Faszination der einzigen weltberühmten Szene des Films, wenn die Pfeiffer in roter Abendrobe auf dem Klavier liegend „Makin‘ Whoopee“ singt, erreicht der Film jedoch in jedem anderen Attribut nicht. „Baker Boys“ ist etwas für Filmgenießer und die Freunde des Unausgesprochenen und das muß es auch geben. (5/10)

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