Schon sichtlich angetan von Snakes on a plane konnte ich das zombifizierte Rip-Off Plane Dead - Zombies on a plane gar nicht mehr erwarten. Und spätestens nach dem englischen Titel Flight of the living dead - Outbreak on a plane dürfte klar sein, dass auch hier der Titel schon die Handlung klar skizziert.
"Entschuldigen Sie liebe Fluggäste, aber wir befinden uns in einer Gewitter-Front, wir bitten um ihr Verständnis!"
Und kaum ist die Scheibe im Player geht es auch schon ab und der sehr gelungene Vorspann samt Titelsong stimmt bereits auf vergnügliche anderthalb Stunden ein und schwupps, befinden wir uns im titelgebenden Flugzeug.
Ganz fiese Forscher wollen ihr neues Killervirus von A nach B transportieren, denn als könnte es nicht besser passen, hat sich eine Forscherin aus dem Team angesteckt und verbringt ihren Aufenthalt während des Flugs in einer Kühlkammer im Bauch des Schiffes.
Bis, tja, bis halt die obligatorische Gewitter-Front und sie natürlich aus dem Käfig kommt und vom gar nicht netten Wachmann erstmal über den Haufen geschossen wird. Aber wir wissen alle: Zombie-Virus-Infektion+toter Körer= nix gut!
All das ereignet sich dann auch schon in den ersten zwanzig Minuten und fortan gibt es, oh my god, ZOMBIES ON A PLANE!
Mit eben jenen müssen sich dann ein schwarzer Golfprofi, ein Flugsicherheits-Typ, ein FBI Agent (oder wars doch irgend eine andere Organisation?) samt Gentleman-Gangster sowie die restliche Besatzung auseinandersetzen.
"Schnell landen sie, was wir hier an Bord haben ist nicht menschlich, alle Passagiere werden sterben!"
Doch der Spannungsaufbau lässt sich einige Zeit, bis die Angriffswelle der Untoten richtig rollt, so dass Platz bleibt gruslig in Lüftungsschächte zu gucken, dass Teenie-Bratzen fremdgehen können und auch sonst die eine oder andere "Charakterisierung" auf den Zuschauer abgeschossen wird, wobei der Captain des Fliegers mit seinem typischen "Das ist mein letzter Flug vor der Rente und dann geht es erst einmal in den Urlaub" wahrscheinlich noch mit die meisten Lacher ernten wird, denn wer jetzt auf jeden Fall ins Gras beißt wissen wir schonmal. Hehe.
Aus "richtigen Kinofilmen" dürfte wohl Kevin J. O'Connor mit am bekanntesten sein. Er gab auch schon den "guten Kumpel des Helden" in Octalus sowie Die Mumie und ist auch hier meistens für die Lacher zuständig.
Leider gibt es richtige Brüller oder gar Schenkelklopfer zu Beginn noch recht selten und so ziehen sich manche Aktionen auch ein wenig. In solch bodenlose Langeweile wie Dead of the Dead: Contagium oder ähnliche Heuler verfällt der Streifen aber nie und unterhält auch noch besser als die letzten beiden Return of the living dead-Teile. Das Potential für eine Non-Stop-Zombie-Achterbahn wäre aber auf jeden Fall vorhanden gewesen.
"Dieses Zeug ist noch tödlicher als Ebola und was noch schlimmer ist: Es reanimiert totes Gewebe!"
Und schon sind wir auch schon wieder bei der 1.000.000 Euro Frage: Was für Zombies kommen vor?
Auf jeden Fall ist es der rennende Typ "New-Age-Zombie", wobei hier zusätzlich noch einige Veränderungen vorgenommen wurden.
Denn neben der Rennerei sind die Untoten hier auch nicht nur durch einen Kopfschuss außer Gefecht zu setzen, sondern "einfach so draufballern" hilft auch. Meiner Meinung nach eine sinnvolle Erweiterung alleine deshalb, weil ich allein den Helden aus dem "Dawn"-Remake es niemals abgenommen habe, dass bei rennenden Zombies jeder Kopfschuss sitzt und vor allem, da so die Bedrohung zwar noch konstant, aber nicht mehr ganz so heftig ist.
Daneben ist der Look wirklich gut geraten, zombiefiziert sehen Alle aus und durch die netten gelben Kontaktlinsen bekamen die Wiedergänger auch noch ein optisches Bonbon spendiert, was sie wohltuend aus dem Einheitsbrei der blutbesudelten Menschenfresser herraushebt, das und einige nette "Zombie-Sounds" im Stil des Dawn-Remake machen diese Untoten zu einigen der Gelungensten der "New Age" Welle mit ihren verschiedenen Infizierten.
Der Gore-Pegel schlägt dafür nicht sonderlich weit aus, überhaupt wundert es mich extrem das nicht zumindest eine minimal gekürzte Fassung eine KJ bekommen hat, denn hier drei Minuten zu scheiden ist einfach nur eine Lächerlichkeit hoch 10. Es gibt keinerlei Eingeweide-Spielereien und auch sonst ist bis auf ein paar Bisse, die aber fast alle auch off-screen und nur durch etwas blutgematsch unterstrichen werden, absolut nicht der Rede wert sind.
Etwas saftigere Effekte sind nur sehr vereinzelt anzutreffen und wie gesagt, größere Sauereien kann man sich von vornherein abschminken. Blutige Einschüsse sind meistens das Höchte der Gefühle.
ABER wo manche Zombieschlocker dann fast schon etwas langweilig werden würden, so hebt sich Plane Dead durch einige ausgesucht sympathische Szenen und vor allem mit einer gekonnten Inszenierung wohltuend vom DTV-Einheitsbrei ab.
"Hab ich was an den Augen oder greifen gerade Zombies meinen Jet an?"
Egal ob es um die schon erwähnte, gelungene Titelsequenz geht oder um eine Beiß-Aktion, die durch ein auf dem Boden liegendes Brillenglas gefilmt wurde, fehlende Kreativität kann man Regisseur Scott Thomas nicht vorwerfen. Gleichzeitig behält man immer die Übersicht, auch wenn das Geschehen gerade auf drei übereinanderliegenden Ebenen abgeht oder die Zombies plötzlich durch den Boden brechen. Zusätzlich garniert mit einem gekonnten Schnitt und einfach nur bizarren Ideen, wenn etwa der Abschuss des Flugzeugs befohlen wird, eine Rakete trifft und durch das entstandene Loch dem begleitenden Jet die rausgesaugten Zombies um die Ohren fliegen.
Überhaupt sind auch die Effekte für solch eine kleine Low-Budget Produktion verdammt gut gelungen.
Also, was bleibt nach dem Genuß zu sagen? Würden sich Filmemacher mehr Mühe geben, so könnten sicherlich mehr Zombiestreifen überzeugen und auch mit ihren kleineren Budgets einiges reißen, was man hier am Beispiel von Plane Dead einfach nur wunderbar gezeigt bekommt.
Jeder Fan von Zombiestreifen sollte auf jeden Fall zugreifen, alle Anderen denen Snakes on a plane gefallen hat auch und Horror-Fans im Allgemeinen sowieso.
Klar, Shakespear ist das hier nicht, hat aber auch niemand erwartet und will vor allen Dingen niemand in einem Streifen mit dem Titel Flight of the living dead sehen, was man sehen will, dass bekommt man auch geliefert. Zugreifen, macht Spaß! Aber bitte nur die ungeschnittene Fassung.