Review

"LONG LIVE ROCK N´ ROLL !"


bzw. Metal, bzw. Hard Rock. 

Irgendwie ist mir dieser Film total entgangen. Er soll ja an den Kinokassen kläglich gescheitert sein. Meiner Meinung nach grundlos. Ich freue mich immer, wenn ich in einem älteren Film Schauspieler am Beginn ihrer Karrieren entdecke. Die jungen, glatten Gesichter sehe (ausgenommen Jennifer Aniston, die sieht heute noch so aus). Marky Mark Wahlbergs immerhin 16. Filmrolle, wobei wohl das 1997 er Boogy Nights Erotikdrama ein Karrierebooster war. Jen hatte bis da etliche TV-Serienrollen hinter sich, herausragendste wohl die Rachel in "FRIENDS". Timothy Olyphant sollte 2007 in der Gameverfilmung "HITMAN" ordentlich auf den Putz hauen, Dominic West in "300" den fiesen Theron spielen. All diese Protagonisten kratzen inzwischen bald am 50er.

Weiters bin ich von der Besetzung der Musiker durch wirkliche Rockmusikgrößen entzückt, wie Jason Bonham, Drummer und Sohn des verstorbenen Drummers von Led Zeppelin, John Bonham. Dann Jeff Pilson (aktuell Bassist bei Foreigner) und Zakk Wylde sowie Brian Vander Ark, die letzteren zwei steuerten jeweils einen Song für den Film bei. 

Kurz der Plot: Chris Cole (Mark Wahlberg) jobbt als Servicetechniker für Kopierer und ist DER erklärte Fan von STEEL DRAGON. Er kopiert in Haartracht und Lederdress den Leadsänger namens Bobby Beers, hat eine Tribute Band namens Blood Pollution gegründet, die die Songs der Steel Dragons Note für Note nachspielen. Von Variationen und eigenen Songs hält er gar nichts. Seine Freundin Emily (Jennifer Aniston) managt die Band.

Eines Tages fahren sie zu einem Gig der Steel Dragons, verteilen auf dem Parkplatz Flyer für ihre eigenen Auftritte, zoffen sich mit anderen Fans. Chris schafft es bis zum Podium vorzudringen und singt mit Inbrunst alle Songs mit, was dem Leadsänger Beers auffällt. Zwei heisse Groupies filmen Chris Gesang mit einer Videokamera. Sie bekommen auch Zutritt zum Backstagebereich, was Chris vom Tourmanager der Band Mats (Timothy Spall, HarryPotter) verwehrt wird. 

In den folgenden Tagen überwirft sich Chris mit seinen Freunden und verläßt die Tributeband, bzw. wird von ihnen rausgeworfen. Da erreicht ihn ein Anruf von Kirk Cuddy (Dominic West) von den Steel Dragons, der Chris zu einem Vorsingen einlädt, weil er das Video gesehen hat. Während des Vorsingens kommt es zu einer hässlichen Szene mit Beers, der von der Band gefeuert wird und Chris bekommt seinen Posten als Leadsänger.

Für Chris eine unglaubliche Chance, die Erfüllung jahrelanger Träume und harter Arbeit. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf. Chris nennt sich ab sofort IZZY, tourt mit den Dragons durch Amerika, wird berühmt und von den Groupies belagert. Chris bemüht sich, Emily treu zu bleiben, die ihn immer begleitet. Doch irgendwann wird auch er schwach, trinkt, kifft, nimmt Drogen und Emily verlässt die Szene und zieht nach Seattle und macht dort ein Cafe auf. (Das erste Starbucks? ;) ). Chris verspricht sie zu besuchen, wenn die Band mal in Seattle spielt, was er Monate später total zugekifft vergisst. 

Und schließlich gibt es eine Szene, wo ein junger Fan, der IHN total kopiert und vor ihm alle Songs mitsingt. Da drückt ihm Chris das Micro in die Hand und geht fort und dreht sich nicht mehr um. 

Er schreibt dann doch eigene Musik und spielt mit einem seiner Kumpels von früher, kommt wieder mit Emily zusammen und wenn sie nicht gestorben sind....

Ein Hammerfilm für Metal, bzw. Rockfans, denn heutige Metalsongs klingen etwas anders, der 2001er Metal klingt da ja wie weichgespülter Glamrock. Nichtsdestotrotz,ausser den extra geschriebenen Songs für beide Bands gibt es 80er Mukke vom feinsten im Hintergrund, wenn z.B. bei einer Aftergig Party die Bassline von Ted Nugents Stranglehold (Würgegriff !) erklingt, ist das eindeutig doppeldeutig gemeint.

Pflichtfilm für Film- und Rockmusikfans, total unberechtigt so underrated!

Details
Ähnliche Filme